Bischof weiht restaurierte Pfarrkirche
Foto: Mettelem
Nach der Altarweihe und dessen Salbung entzündeten am Sonntag Münsters Bischof Dr. Felix Genn und Pfarrer Pawel Czarnecki den Weihrauch auf der Mensaplatte der frisch restaurierten Pfarrkirche St. Magnus in Everswinkel.
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Als ein „Geschenk mit Bedingungen“ hat Pfarrer Pawel Czarnecki das Ende der 15-monatigen Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche St. Magnus bezeichnet, denn dieses Gotteshaus müsse nun auch wieder mit Leben gefüllt werden.

Gedämpfte Freude bei Einweihung

Die Bedeutung dieser Erneuerungsarbeiten an der Kirche und den Kunstwerken unterstrich ein feierliches Pontifikalamt am Sonntagmorgen, das vom Münsterschen Bischof Dr. Felix Genn zelebriert wurde. Es sei aber eine gedämpfte Freude, da aufgrund der Pandemie nur eine begrenzte Anzahl an der Festmesse teilnehmen durften, so Czarnecki. 

Ein besonderes Willkommen galt Bischof Genn, der seinerseits die Verbindung zu Everswinkel unterstrich, indem er in Erinnerung an den in Everswinkel am Kirchplatz geborenen Bekennerbischof Bernhard Brinkmann dessen Bekennerkreuz zum Festgewand trug. Bevor die eigentliche Eucharistie gefeiert werden konnte, wurde durch den kirchlichen Würdenträger das Weihwasser gesegnet, mit dem die Kirchenbesucher, der neue Ambo und der neue Altar besprengt wurden.

Reliquien in den Altar eingelassen

In seiner Predigt erinnerte Bischof Genn an die Erfahrung der Auferstehung, die die Apostel in ihrer Zeit der Not erleben durften. Der Glaube habe sich an der Botschaft der Auferstehung entzündet, der somit auch am Altar weitergegeben werde. Vor der Altarweihe wurde von Bischof Genn die kupferne und versiegelte Reliquienkapsel mit den Reliquien des Heiligen Magnus in die Mensaplatte des Altars gesenkt und anschließend von Steinbildhauermeister Stefan Lutterbeck, der den neuen Altar geschaffen hatte, eingemauert. Es folgten dann die Salbung des Altars mit heiligem Öl und die Verbrennung des Weihrauchs auf dem Altar. 

Begleitet wurde das Pontifikalamt, das im übrigen per Livestream über das Internet verfolgt werden konnte, musikalisch durch den Organisten Thomas Kraß und die Sopranistin Claudia Lawong, die den kirchlichen Lobgesang in hervorragender Weise übernommen hatte, da die Kirchengemeinde aufgrund der Vorschriften kein Lied anstimmen durfte.

„Operation an Seele der Gemeinde“

In seiner Dankesrede hob Pfarrer Pawel Czarnecki besonders die Architektin Marion Göddeker hervor, die die Renovierung der Pfarrkirche selbst als eine „Operation an der Seele der Gemeinde“ bezeichnet hatte. Er dankte aber auch Pfarrer Döhner von der evangelischen Johannes-Gemeinde, die der katholischen Gemeinde für die Gottesdienste „Asyl“ gewährt habe wie auch die politische Gemeinde, die die Festhalle zur Verfügung gestellt hatte. In seinen Dank schloss Czarnecki auch das Bistum, die Denkmalbehörden, den Kirchenvorstand, den Pfarreirat und die Handwerker mit ein.

Die erschwerten Bedingungen in der Zeit der Pandemie erwähnte Architektin Marion Göddeker, die einen besonderen Dank an die Mitarbeiter und Handwerker richtete. Agnes Franke vom Pfarreirat hatte als kleine Geschenke steinerne Kerzenständer mitgebracht, die Stefan Lutterbeck aus der Mensaplatte des Alten Altars gefertigt hatte. „Das war ein schöner Moment für uns alle“, bestätigte Bürgermeister Sebastian Seidel das Gefühl der Altarweihe in der St. Magnus-Pfarrkirche. Dies sei ein Stück Heimat nicht nur für ihn, da er selbst in St. Magnus getauft und gefirmt worden war, sondern auch hier geheiratet hatte. Er lobte zudem das Engagement der Bürger, die sich für die Renovierung der Kirche eingesetzt hatten: „So etwas sucht in Gemeinden seinesgleichen.“

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