Brandstiftung kann nicht nachgewiesen werden
Freigesprochen worden ist ein 55-Jähriger vom Warendorfer Schöffengericht vom Vorwurf der Brandstiftung.

In seiner Einlassung gab der Angeklagte zu Protokoll, zum fraglichen Zeitpunkt zwar an der Garage gewesen, den Brand allerdings auf seinem Heimweg bemerkt zu haben. Er habe das Garagentor geschlossen, um dem Feuer Sauerstoff zu entziehen.

Bei eben diesem Schließen des Garagentors war der 56-Jährige von einem 44-jährigen Zeugen beobachtet worden. Der gab an, bei der Vorbeifahrt aus dem Auto eine Rauchentwicklung in der Garage bemerkt zu haben. Er habe das Auto abgestellt und sei zur Garage gegangen, wo er den Angeklagten beim Schließen des Garagentors beobachtet und anschließend aufgehalten habe. Bei der Vorbeifahrt habe er niemanden an der Garage gesehen, gab der Zeuge zu Protokoll. Der Eigentümer des Fahrzeuges, ein 78-jähriger Rentner, berichtete, dass ihm der Verlust des 14 Jahre alten, aber sehr gepflegten Daimlers nahe gegangen sei. Zwei Polizeibeamte, die am Tattag zum Brand gerufen worden waren, berichteten von der ersten Vernehmung des „stark alkoholisierten“ Angeklagten. Er habe schon damals zu Protokoll gegeben, dass er zufällig an der Garage vorbeigekommen sei, erinnerte sich eine 33-Jährige Beamtin gestern im Zeugenstand.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand somit die Bewertung von Indizien. Der Angeklagte hatte Ruß an den Fingern und eine offenbar ihm gehörende Aktentasche war angekokelt. Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft Grund genug, eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten zu fordern. „Ihr Verhalten passt nicht zu dem normalen Verhalten, wenn man ein Feuer entdeckt. Das macht Sie schon ausgesprochen verdächtig“, betonte er in Hinblick auf den Umweg, den der Angeklagte hatte einschlagen müssen, um auf dem Heimweg am Brandort vorbeizukommen.

Umstände, denen der Verteidiger kein großes Gewicht beimaß. Im Gegenteil verwies er auf die starke Alkoholisierung seines Mandanten – eine Blutprobe hatte 2,25 Promille ergeben. „Es gibt Anhaltspunkte und Indizien. Mit der erforderlichen Sicherheit können wir dem Angeklagten die Tat aber nicht nachweisen“, zeigte sich der Anwalt überzeugt.

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