Dauerregen beim Mariä-Geburts-Markt
Bild: A. Edelkötter
Angesichts des Dauerregens sind die Besuchermassen beim Mariä-Geburts-Markt ausgeblieben.
Bild: A. Edelkötter

Bei normalen äußeren Bedingungen drängen sich am Markttag bis zu 20 000 Menschen auf der Telgter Planwiese. Gestern jedoch blieb die Menschenschar überschaubar. Am späten Vormittag hoffte Marktleiter Andreas Pier auf wenigstens 7000 Marktbesucher. Um 14 Uhr konnte er erleichtert feststellen, dass es fast 8000 gewesen sind. Anschließend wurden die Kassen wegen neuerlicher Regenschauern geschlossen – eine Stunde früher als sonst. Für Pier hatte der Tag mit unliebsamen Überraschungen begonnen. Sturmböen am frühen Morgen beschädigten einen Pavillon, und die Feuerwehr musste anrücken und Baumschäden beseitigen. „Das Wetter ist diesmal wirklich heftig, aber das ist das Risiko einer Außenveranstaltung“, klagte der Marktleiter. Ein Fünftel der Händler war erst gar nicht angereist oder hatte nicht alles aufgebaut. Auch Pferdehändler Franz Lürwer aus Nordwalde ließ seine Sportpferde auf dem Hänger. Das Risiko, dass sie krank werden könnten, war ihm zu hoch. So bekamen die Besucher gestern statt der üblichen 200 Pferde nur knapp 70 zu sehen, die zudem pitschnass waren. Ein etwas trauriger Anblick. Nur einmal, zwischen 11 und 13 Uhr, kam so etwas wie Stimmung auf. Da hatte der Regen eine Pause eingelegt und prompt strömten Männer, Frauen und Kinder herbei, um sich auf dem Vieh- und Krammarkt umzusehen. „Das macht doch keinen Sinn. In einer Stunde baue ich ab“, maulte Detlef Stüwe an seinem Verkaufsstand für Kaffee-Dauerfilter bereits um 9.15 Uhr. Der Himmel war zu diesem Zeitpunkt dunkelgrau, der Regen peitschte über die Wiese, die wenigen Besucher duckten sich unter ihren Regenschirmen. Nur wer eine feste Kaufabsicht hatte, war zwischen den Ständen unterwegs. Wie Erwin Richter aus Mettingen. Der Hobby-Züchter kommt alle zwei Jahre nach Telgte, um sich neue Hasen zu kaufen. Diesmal fiel seine Wahl auf einen Burgunder-Rammler und eine rotbraune Häsin. Udo Koch ist seit 20 Jahren auf dem Mariä-Geburts-Markt vertreten. Der Mann aus Petershagen, der einen mobilen Streichelzoo betreibt, hatte in diesem Jahr unter anderem französische Zwergschafe im Angebot. Alpaka Robby war so etwas wie der heimliche Star unter den Großtieren. 900 Euro sollte das Tier kosten. Die erste richtige Kaufinteressentin wollte aber nur maximal 500 bezahlen. Also steckte man Regenschirme und Köpfe zusammen. Feilschen gehört traditionell zum Mariä-Geburts-Markt dazu.

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