Demenzkranke leben in einem Raum
Bild: Stempfle
Mobile Trennwände in der Pflegeoase im Haus Maria Rast in Telgte sollen für Privatsphäre unter den schwer Demenzkranken sorgen. Bevor die ersten Bewohner in den nächsten Tagen einziehen, legen Sabine Grohnert (l., Krankenschwester) und Elena Utkin (Altenpflegerin) letzte Hand an.
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Nach zweijähriger Umbau- und Modernisierungsphase des Seniorenheims wird am Donnerstag eine Pflegeoase eröffnet. „Demenzkranke im späten Stadium haben nichts von einem Einzelzimmer“, sagt Heimleiterin Monika Manthey. Denn wenn jemand Ängste bekomme und unruhig werde, könne das Personal das bei einer Einzelzimmer-Belegung nicht immer sofort mitbekommen. Bedingt durch ihre Erkrankung leiden Demente häufiger unter Angst, die zu Verhaltensweisen wie schreien, umhergehen oder Apathie führen kann. Die Unterbringung von mehreren schwerst Demenzkranken in einem Raum soll nun sicherstellen, dass das Personal in ständigem Kontakt mit den Pflegebedürftigen steht. „Demenzkranke, die sich verbal nicht mehr äußern können, lassen sich nur noch über die Sinne erreichen“, sagt Manthey. Man müsse sie häufiger in den Arm nehmen oder streicheln.

In der Küche riechen und Stimmung aufnehmen

Die Pflegeoase bietet auf 220 Quadratmetern einen Schlafbereich, der mit einem mobilen Trennwandsystem ausgestattet ist, um eine Abgrenzung zwischen den Betten zu schaffen. Es gibt eine Wohn- und Essecke mit ausreichend Platz für Rollstühle sowie eine Küchenzeile. Die Bewohner können zwar beim Kochen nicht mehr helfen, aber riechen und Stimmung aufnehmen. Darüber hinaus gibt es ein unmöbliertes Einzelzimmer, in das die bettlägerigen Bewohner gebracht werden können, um mit ihren Angehörigen ungestört zu sein. Ein weiterer, wohnlich eingerichteter Raum bietet den Angehörigen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Die große Dachterrasse ist so gestaltet, dass alle Bewohner samt Pflegebett gleichzeitig an der frischen Luft sein können. Bis zu sechs Bewohner können in der Pflegeoase leben. In Kürze ziehen zunächst fünf Bewohnerinnen ein. Die Frauen, die ständig von zwei erfahrenen Mitarbeitern betreut werden, haben bereits im Haus Maria Rast gewohnt. Das Personal kennt sie und die Angehörigen. Das ist nach Angaben von Manthey wichtig. „Die Oase ist nicht für jeden geeignet. Für manche ist eben Ruhe besser“, sagt sie.

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