Ein Känguru für den Adler Tybussek
Bild: Baumjohann
Heute vor 50 Jahren ist das erste Spiel der Fußball-Bundesliga angepfiffen worden. Ein Mann der ersten Stunde ist der Everswinkeler Helmut Tybussek. Er trug als Abwehr-Recke den Adler von Preußen Münster auf der Brust.
Bild: Baumjohann

Und unter der Manipulation des Spiels Hertha BSC Berlin gegen 1860 München zugunsten des damaligen „Frontstadtclubs” hätten die Adler von Preußen Münster auch zu leiden gehabt. So fehlte am Ende der Saison 1963/64 gerade einmal ein Punkt zum Klassenerhalt. „Trotzdem war das eine tolle Zeit“, denkt Tybussek gern an die Premieren-Saison der Fußball-Bundesliga vor 50 Jahren zurück, die er als Abwehrspieler bei Preußen Münster bestritt.

Am Samstag vor einem halben Jahrhundert wurde das erste Spiel der Fußball-Bundesliga angepfiffen, die Preußen trennten sich mit einem für den HSV schmeichelhaften 1:1.

Mindestens genauso im Gedächtnis geblieben wie die Bundesligaspiele gegen den Hamburger SV mit Uwe Seeler, den 1. FC Köln mit Wolfgang Overath, gegen 1860 München mit Petar Radenkovic und Trainer Max Merkel oder Schalke 04 mit Reinhard („Stan“) Libuda, Friedel Rausch und Willi Koslowski sind dem Everswinkeler allerdings die Reisen durch die ganze Welt, die er mit dem SC Preußen Münster unternommen hat.

„In Australien habe ich als Mannschaftskapitän einmal ein Känguru überreicht bekommen“, schmunzelt Tybussek und erzählt von Gastspielen beim FC Barcelona, Spiele gegen Fußballlegenden wie die Ungarn Ferenc Puskás, einem Freundschaftsspiel gegen die argentinische Nationalmannschaft im River-Plate-Stadion, einer Amerika-Reise der Preußen im offiziellen DFB-Auftrag und vielen anderen Partien.

„Ich habe dem Fußball viel zu verdanken“, sagt der heute 77-Jährige, der seinerzeit 500 Mark Grundgehalt kassieren durfte. Inklusive Prämien waren in der Liga 1200 Mark erlaubt. Viel zu verdanken hat der ehemalige Verteidiger dem damaligen Sponsor und Preußen-Vorstandsmitglied Josef Oevermann. In dessen Unternehmen fand er eine Anstellung („Wir haben alle neben dem Fußball normal gearbeitet“), Unterstützung beim Erwerb des Führerscheins und in vielen anderen Angelegenheiten mehr.

Mehr dazu lesen Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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