Europäische Sternstunde mit Anne Gellinek
Bild: Mettelem
Auf Honorar verzichtet: (v.l.) Anne Gellinek spendete ihr Honorar der Aktion Kleiner Prinz zur Freude vom Vorsitzenden Dr. Michael Quinckhardt, Bürgermeister Sebastian Seidel und VHS-Direktor Rolf Zurbrüggen.
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VHS-Direktor Rolf Zurbrüggen, der als Ehrengäste Bürgermeister Sebastian Seidel, Ehrenbürger Hermann Walter und Karl Große Erdmann als Vermittler dieser Veranstaltung begrüßte, zeigte sich erfreut über die rege Resonanz, zumal da Anne Gellinek zuvor verraten hatte, dass sie solche Vorträge „fast nie“ halte.

Reibungslos werden die kommenden Jahre in Brüssel nicht über die Bühne gehen, wurde in ihrem Vortrag deutlich. Zwar habe die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die „Latte höher gelegt als je zuvor“, doch lägen die Erwartungen an die Deutschen, die im zweiten Halbjahr die rotierende Präsidentschaft in der EU übernehmen, unglaublich hoch.

Das „deutsche Jahr 2020“ biete der Kanzlerin und ihren Ministern allerdings auch die Chance, die nächsten Themen gezielt zu setzen und voranzutreiben.

Das aktuellste Thema sei der Brexit gewesen. Unter Tränen seien die 73 britischen Europaabgeordneten ausgeschieden. Gellinek: „Großbritannien spielt nicht mehr mit, zahlt nur noch für eine Übergangszeit in den EU-Haushalt.“ Die kommenden Verhandlungen würden schwierig. Als Beispiel nannte sie die Probleme in der Fischerei: Die Jakobsmuscheln und der Kabeljau, die sonst zu 60 Prozent auf den EU-Markt gekommen waren, werden die Briten jetzt wohl selbst essen müssen, wenn dafür Zölle erhoben werden. Es müssten also Kompromisse geschlossen werden. Das geschehe aber nur, wenn Boris Johnson „von seinem Ross“ herunterkäme.

Weiteres Hauptthema in der EU ist der Klimaschutz. Zwar seien Förderungen im Plan, aber im EU-Haushalt, der am 1. Januar 2021 für sieben Jahren beschlossen wird, sei dafür nicht viel Geld enthalten. Anne Gellinek dazu: „Das ist in der EU nicht anders als in Everswinkel.“ Zudem führe das „Brexit-Loch“ zu 13 Milliarden Euro Mindereinnahmen. Dazu soll mehr Geld für Grenzschutz und Verteidigung, für Forschung und Innovation ausgegeben werden. Dafür sollen die Mitgliedsstaaten auch in den EU-Haushalt einzahlen, was nicht immer auf Gegenliebe stoße.

Mehr zum Thema in der Mittwochsausgabe der „Glocke“.

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