„Feuer frei“ zum Kanonendonner
Bild: C. Alsmann
Dichter Rauch und der Geruch von verbranntem Schwarzpulver erfüllte den ganzen Sonntagnachmittag über den Schießplatz am Mitmachmuseum „Up’n Hoff“.
Bild: C. Alsmann

Aus den verschiedensten historischen Kanonen und Schusswaffen krachte und qualmte es furchterregend. Ohrenschützer waren da durchaus empfehlenswert und von den Organisatoren im Vorfeld angeraten worden. Aus Wadersloh, Müssingen, Anröchte, Westbevern, Dolberg und Benteler waren befreundete Kanoniergruppen mit ihren Böllermaschinen angereist, um den 15. Geburtstag der Everswinkler Kanoniere zu feiern. Den ganzen Nachmittag über wurden die Kanonen immer wieder erneut mit Schwarzpulver gestopft und auf Kommando entzündet.

Ein Donnerschlag folgte auf den anderen, die Wiese hinter dem Museum tauchte in dichten, weißen Rauch, und der Geruch von verbranntem Schwarzpulver lag permanent in der Luft. In den Schießpausen waren die Böllerschützen gerne bereit, ihre großkalibrige Artillerie zu erklären und historische Details preiszugeben. Auf Hochglanz gepflegte Geschütze ließen ein mittelalterliches Flair aufkommen.

 Die Uniformen der Kanoniere sind allerdings dem heutigen Stand angepasst. Es war ein Tag für die ganze Familie, denn Kanonen sind seit dem Mittelalter nicht mehr wegzudenken. Sie zeugen heute noch vor Burgen, Schlössern, Stadtbefestigungen und Hafeneinfahrten von Sicherheit und Wohlstand. Geknallt wird heute nur noch zu besonderen Anlässen und zur Begrüßung von wichtigen Persönlichkeiten.

 Im Museum selbst verwöhnten die Bäckerinnen Elli Buntenkötter und Andrea Kuhlmann die Gäste mit frisch gebackenem Kuchen und duftendem Steinofenbrot. Wer Interesse hatte, ließ sich dann anschließend frisch gestärkt von Fred Heinemann durch das Mitmachmuseum führen. Die erst vor kurzer Zeit eingerichtete „Schweizer Wohnung“ stieß bei vielen

Besuchern auf besonderes Interesse. „Schweizer wurden früher die Leute genannt, die als Melker auf die Höfe gingen“, erklärte Heinemann. Auch über die historischen Landmaschinen staunten die Besucher nicht schlecht. Besonders für die Kinder ist es immer wieder ein Erlebnis, zu sehen, auf welch beschwerliche und für heutige Zeiten ungewöhnliche Weise früher gearbeitet werden musste.

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