Finanzloch drückt die Stimmung im Rathaus
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Ein Geldsegen ist für Everswinkels Kämmerin Jacqueline Pham nicht in Sicht. Auf fünf Millionen Euro summiert sich der Fehlbetrag in der Gemeindekasse. Bis zum Jahresende soll sich das Minus auf 526 000 Euro reduzieren.
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Hatte man einen Planansatz für die Gewerbesteuer in Höhe von rund 5,1 Millionen Euro im Haushalt festgelegt, so sieht die Realität ganz anders aus: Aktueller Stand ist die Summe in Höhe von 3,8 Millionen Euro. Ein Minus also von 1,3 Millionen Euro.

Geringer wurde auch die Beteiligung an der Gewerbesteuer, die folglich ein Minus von 52 000 Euro verzeichnet. Dazu kommen noch die Ermächtigungsübertragungen von 2016 auf 2017 mit 206 000 Euro für das Gebäudemanagement (hier insbesondere die Restmittel für die Turnhallensanierung, 22 700 Euro für die Schulbudgets, 20 000 Euro für städtebauliche Planungs- und Beratungskosten, 51 000 Euro für den Bau und die Unterhaltung von Straßen, sodass hierbei 340 000 Euro zum Minus gerechnet werden müssen. Auf der weiteren Rechnung stehen dann noch 100 000 Euro für offene Aufträge, 40 000 für die Beleuchtung des Sitzungssaals im Rathaus, 10 000 Euro für die Sanierung der Duschen in der Grundschule Alverskirchen, 325 000 Euro für Grunderwerb, 391 000 Euro für die Feuerwehr –hier insbesondere für das neue Löschfahrzeug 20 Katastrophenschutz. Weiterhin muss die Gemeinde 943 000 Euro für den Radweg an der L793 aufbringen. Dazu kommen 45 000 Euro für die Erweiterung der Straßenfläche am Grothues, 53 000 Euro für die Anlage eines Löschteichs am Möllenkamp III, 157 000 Euro für offene Aufträge und weitere verschiedene Ausgaben, sodass schließlich der geplante Fehlbetrag in Höhe von 1,4 Millionen Euro um zusätzliche 3,6 Millionen Euro überschritten wird.

Der Fehlbetrag summiert sich für das erste Quartal auf ein Minus in Höhe von etwas mehr als fünf Millionen Euro. Der Finanzplan für die kommenden Jahre bis 2020 sieht allerdings nicht ganz so düster aus, wie Jacqueline Pham mitteilte. So werde der Plan-Bestand zum 31. Dezember 2017 bei einem Minus von 526 000 Euro berechnet. In der Finanzplanung für 2018, 2019 und 2020 findet man dann wieder ein Plus auf dem Konto. Gleichwohl warnte Bürgermeister Sebastian Seidel vor allzu großem Optimismus: „Wir müssen uns verschärft den Ausgabenteil ansehen.“ Bildlich gesprochen sei eine Zitrone leer, wenn sie ausgepresst ist. So kam auch das „Damoklesschwert“ der Haushaltssicherung zur Sprache, wenngleich das Schwert nicht stören sollte: Der dünne Faden, an dem es hängt, sprich: Die intensiven Beratungen ums Geld, ist viel wichtiger.

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