Fotos der Ex im Internet veröffentlicht
Weil er Fotos seiner Ex-Freundin im Internet veröffentlicht hat, ist ein 22-jähriger Telgter vor dem Amtsgericht verurteilt worden.

Vor dem Warendorfer Amtsgericht bestritt er die Vorwürfe zunächst vehement, zeigte sich schließlich aber doch einsichtig und geständig. Das Gericht verurteilte den Schüler zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen. Der Betrag wurde aufgrund der Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage des Angeklagten, auf je 25 Euro festgesetzt.

Zum Zeitpunkt der Tat hatte der 22-jährige Telgter keinen Kontakt mehr zu seiner ehemaligen Freundin. Durch das Anlegen eines Profils im Internet auf ihren Namen erhoffte er sich, diesen wiederherzustellen. Selbst als das Profil zweimal gelöscht wurde, blieb er hartnäckig und stellte die Daten inklusive Fotos erneut online. Die Bilder stammten noch aus der Zeit der gemeinsamen Beziehung.

 „Das Hochladen der Fotos stellt einen Eingriff in den höchstpersönlichen Bereich der Ex-Freundin dar. Das ist eine enorme Bloßstellung“, wies die Staatsanwaltschaft auf gravierende Verletzung des Persönlichkeitsrechts hin. Weil es ihm peinlich war und er sich schämte, leugnete der Schüler die Tat anfangs. Erst als der zuständige Staatsanwalt ihn damit konfrontierte, dass auf den von der Polizei sichergestellten Notebooks und Festplatten unter anderem ein Aktivierungslink, der zum Erstellen des Accounts auf der Intersetseite benötigt wird, gefunden wurde, zeigte er sich geständig. Nach kurzer Rücksprache mit seiner Anwältin gab der Schüler zu, die Fotos im Internet veröffentlicht zu haben.

 Zugute gehalten wurde dem Angeklagten, dass er nicht vorbestraft war, eine erneute Straffälligkeit nicht zu befürchten ist und er sich bei der im Gerichtssaal anwesenden geschädigten Person glaubhaft entschuldigte. „Außerdem hat er aus Verzweiflung gehandelt und durch sein Geständnis seiner Ex-Freundin die Aussage vor Gericht erspart. Trotzdem ist die kriminelle Energie, mit der die Tat begangen worden ist, nicht zu vergessen“, fasste der Richter am Ende der Beweisaufnahme und zur Begründung seines Urteils zusammen.

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