Friwo AG aus Ostbevern baut Stellen ab
Am Standort Ostbevern der Friwo AG werden 120 Stellen abgebaut. Das teilte das Unternehmen am Montagabend mit.

Die Friwo AG will sich nach eigenen Angaben mit einem „umfassenden Transformationsprogramm auf Wachstum und nachhaltige Profitabilität“ ausrichten. Das heißt konkret: Der Großteil der Produkte, die bisher am Stammsitz Ostbevern und von Auftragsfertigern in Polen hergestellt werden, würden in das Friwo-Werk nahe Ho Chi Minh Stadt (Vietnam) verlagert. Dieser Prozess habe bereits begonnen.

160 Menschen bleiben in Ostbevern beschäftigt

Aufgrund dieser Maßnahme fallen insgesamt 120 Stellen in Ostbevern weg. Künftig würden am Stammsitz noch 160 Menschen beschäftigt. Dort verbleibt laut Mitteilung neben Zentralfunktionen wie Vertrieb und Engineering die Fertigung von Prototypen und Kleinserien.

„Der Personalabbau soll in zwei Phasen erfolgen und bis Ende 2021 abgeschlossen sein“, teilte Friwo weiter mit. In Vietnam sei infolge der Verlagerung ein leichter Stellenaufbau geplant. Der Vorstand befinde sich derzeit in Gesprächen mit dem Betriebsrat über eine möglichst sozialverträgliche Umsetzung dieser Maßnahmen. 

Minus im Geschäftsjahr 2019 erwartet

Am Montag teilte Friwo zugleich mit, dass man für das Geschäftsjahr 2019 mit einem Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro rechne. Damit erziele man ein Minus von rund 15 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit). Dieser Rückgang ist auf Rückstellungen für den Personalabbau und für sonstige Reorganisationsaufwendungen (rund 9 Millionen Euro), weiterer Einmalkosten (rund 3 Millionen Euro) sowie auf die unterplanmäßige Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Durch die Umstrukturierung erwarte man ab 2022, dass das Konzern-Ebit um rund acht Millionen Euro steigt.

Rolf Schwirz, Vorstandsvorsitzender der Friwo AG, erklärte: „Die Friwo Gruppe hat jetzt einen klaren Fahrplan, um ihre Marktposition langfristig zu festigen und zu stärken.“ Es sei ihm bewusst, dass die Transformation für den Standort Ostbevern mit großen Einschnitten verbunden sei. „Diese sind jedoch unausweichlich, wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken und die großen Marktpotenziale optimal nutzen wollen.“

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