Fusion macht Kreditinstitute fit für Zukunft
Bild: Ebert
Vorstand und Aufsichtsrat unterzeichnen den Entwurf des Verschmelzungsvertrag: (sitzend v. l.) Hans-Jürgen Eidecker, Aufsichtsratsvorsitzender Vereinigte Volksbank, Bernd Münstermann, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Münster; am Tisch stehend links: Martin Gesigora, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Volksbank Münster, stehend rechts: Konrad Pumpe, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Volksbank Münster.
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Eine Zustimmung der beiden Vertreterversammlungen (20. und 21. Mai) vorausgesetzt, tritt die Fusion rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft. Nach eigener Schilderung entsteht eine Kreditanstalt, die zu den sechs größten Volksbanken landesweit zählt. Das technische Zusammengehen ist für den 18. Oktober terminiert.

„Wir legen ein Fundament für das, was wir gemeinsam vorhaben“, sagte Norbert Beek, der gemeinsam mit Gerhard Bröcker, Friedhelm Beuse und Thomas Jakoby den Vorstand bilden wird. Zu den vorrangigen Zielen, erläuterte Beek, gehöre ein kundenorientiertes Geschäft.

58 000 Mitglieder zählt die Bank, die ihren Sitz in der Domstadt haben wird. Damit ist jeder zweite Kunde auch Gesellschafter. Die Adresse der Volksbank-Verwaltung wird Telgte sein, die 30 Filialen stehen unter Bestandsschutz. An den Abbau „von auch nur einem einzigen Arbeitsplatz der insgesamt 440 Stellen“ sei nicht ansatzweise nachgedacht worden, berichtete Friedhelm Beuse.

Mit der Verschmelzung finden zwei Volksbanken zusammen, die jede für sich eine grundsolide und erfolgreiche Geschäftspolitik betrieben hat. Die Eigenkapitalquote der Volksbank Münster legte im vergangene Jahr um 7,8 Prozent zu und liegt bei 86 Millionen Euro. Die Telgter Kollegen verweisen in diesem Punkt auf ein Wachstum von 7,6 Prozent auf 81 Millionen. Beide Häuser hatten ihren Vertretern jeweils eine Dividenden-Ausschüttung von 6,6 Prozent vorgeschlagen. Die Bilanzsumme der Volksbank Telgte betrug im jüngsten Geschäftsjahr 747 Millionen Euro, die der Münsteraner 754 Millionen Euro.

Beek und Beuse begründeten die Verschmelzung damit, dass „ein Mehrfachvorteil“ entstehe, von dem alle Beteiligten profitierten. Beispielhaft nannten sie ein stabiles Kreditgeschäft und eine bessere Qualifizierung der Mitarbeiter. Auch die strategische Ausrichtung erfolge zum Wohle von Bank und Kundschaft. „Und der Region“, fügte Friedhelm Beuse an. Er erinnerte daran, dass die Volksbank es als Verpflichtung ansehe, den Raum, in dem sie agiere, zu fördern.

Auf insgesamt fünf Vertreter-Informationsveranstaltungen haben die Volksbanken die Verschmelzung vorgestellt und dabei nach eigenen Angaben breite Bestätigung erhalten. Vorstand und Aufsichtsrat haben die Vertragsmodalitäten am 12. Februar abgestimmt und bis zu den Vertreterversammlungen im Mai der endgültigen Fusion den Weg geebnet. Durch die Unterschriften entsteht eine Bank mit einem Kundengesamtvolumen von 4,5 Milliarden Euro.

„Wir wollen nicht den Wettbewerbsbanken hinterherhächeln“, sagte Gerhard Bröcker zum Selbstverständnis. „Wir werden selbst Akzente setzen. Die Vereinigte Volksbank Münster will die beste Bank in der Region werden.“ Dazu gehöre die Ausweitung des Beratungsangebots und der Aufbau von Expertenwissen. Durch die hohe Eigenkapitalquote sei man gerüstet, zukünftige Herausforderungen zu meistern, ergänzte Beuse. „Wir bekommen eine andere Stärke“, konstatierte Vorstandsmitglied Thomas Jakoby.

Ob unter den regionalen Banken die Brautschau damit beendet ist, wollte Norbert Beek nicht abschließend beantworten. Die Vereinigte Volksbank Münster, und für die spreche er, müsse sich festigen. „Wenn Sie mich fragen, ob eine weitere Banken-Konzentration im Münsterland möglich sei, sage ich ,ja’“.

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