Gericht spricht R. Schepper Honorar zu
Das Amtsgericht Warendorf hat Rainer Schepper Recht gegeben.

Im Frühjahr des vergangenen Jahrs hatte der Heimatverein Ostbevern Rainer Schepper verpflichtet, am 4. September 2012 eine Lesung anlässlich des 150. Geburtstag von Augustin Wibbelt zu halten. Die Höhe von Honorar und Spesen waren verabredet.

Zusammenarbeit gekündigt

Im Mai 2012 hatte dann der Heimatverein den Münsteraner schriftlich wissen lassen, dass man auf eine Zusammenarbeit verzichte. In der Sache soll es um Scheppers Tätigkeit von 1954 bis 1958 als Lehrer in der Schirler Landschule gegangen sein. Ein Ex-Schüler hatte dem heute 86-Jährigen Ende 2011 vorgeworfen, „ein Sadist und Kinderschänder zu sein“ (O-Ton Schepper). „Ohne irgendetwas werten zu wollen, haben wir uns nach Abstimmung im Vorstand und Beirat entschlossen, die obige Veranstaltung nicht stattfinden zu lassen“, hatte der Heimatverein Schepper wissen lassen. Der befürchtete Rufschädigung und teilte der Geschäftsführung des Heimatvereins im April 2012 mit: „Offensichtlich sind Sie verleumderischen Anwürfen aufgesessen, gegen die ich Schieds- und Klageverfahren eingeleitet habe.“

Mit Austritt gedroht

Den Urheber für diese Behauptungen hatte Rainer Schepper nach eigener Aussage bereits vor dem Briefwechsel mit dem Heimatverein ausfindig gemacht, gegen diesen ein Verfahren eingeleitet und festgestellt, dass der Vorsitzende des Heimatvereins Ostbevern, Bernhard Frye, als Anwalt die Interessen dieses Kontrahenten vertritt. „Es drängt sich bei mir die Frage auf, ob diese Tatsache – gewollt oder ungewollt – Einfluss auf die Entscheidung als Vorsitzender des Heimatvereins genommen haben könnte“, stellt Schepper zur Absage seiner Lesung rückblickend fest. Auch dieses Verfahren hat Schepper gewonnen. Dem Argument des Heimatvereins, dass einige Mitglieder für den Fall mit ihrem Austritt gedroht hätten, wenn Schepper die Lesung halten würde, folgte das Gericht nicht. Es erkenne keinen Grund für eine außerordentliche Kündigung, heißt es in der Urteilsbegründung: „Ein vage dargestelltes angebliches Fehlverhalten (...) genügt insoweit nicht.“ Für Rainer Schepper ist die Sache erledigt. Er will Frieden schließen und bietet dem Heimatverein einen Vortrag über genau dieses Thema an – honorarpflichtig.

SOCIAL BOOKMARKS