Gutachter soll Brandgefahr klären
Bild: Haase
Ob die in diesem Telgter Gebäude verwendeten Dämmstoffe brandgefährlich sind, soll ein Gutachter klären.
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Damit lösten die Baubehörden damit einen aufsehenerregenden Rechtsstreit über die Verwendung derartiger Wärme-Verbundsysteme in dicht bebauten Altstädten aus. Jetzt fand die erste Verhandlung vor der Zweiten Kammer des Verwaltungsgerichts Münster statt.

Der Streit konzentriere sich laut vorsitzender Richterin auf die Frage, ob ein Bauprodukt verwendet wurde, das den gesetzlichen Anforderungen des Brandschutzes entspricht. Der Vertreter der beklagten Kreisbaubehörde machte geltend, dass in Altstädten wegen der besonders schwierigen Brandbekämpfung zusätzlich brennbare Dämmstoffe nicht eingebaut werden dürfen.

Am sichersten, weil nicht entflammbar, seien mineralische Dämmstoffe. Wären sie verwendet worden, wäre dies keine wesentliche Änderung am Baukörper gewesen, die einer Genehmigung bedürfe. Die – nach Angaben der Hauseigentümer – zehn Zentimeter dicken Styropor-Platten seien aber bereits angebracht.

Sie sind, so der Anwalt der Hauseigentümer, in der genannten Höhe als „schwer entflammbar“ eingeordnet, und damit stehe ihrer Verwendung zumindest nach geltender Rechtslage nichts entgegen. Demnach hätten seine Mandanten aber nicht gegen den Brandschutz verstoßen, die Baugenehmigung sei ihnen – nachträglich – zu erteilen.

Nachdem ein Vertreter der Kreisfeuerwehr bekräftigt hatte, dass nur gesetzlich zugelassene Dämm-Systeme an Häuserfassaden verwendet werden dürfen, aber Versuche gezeigt haben, dass auch derartige Hartschaumplatten zu einer starken Ausbreitung von Bränden und schwieriger Bekämpfung durch die Feuerwehr führen, entschied die Richterin, den Prozess zu vertagen. Sie will einen Sachverständigen hinzuziehen, der ermitteln soll, ob bei der Dämmung des Telgter Hauses an einigen Stellen Platten mit mehr als zehn Zentimeter Dicke (die als brandgefährlicher eingestuft werden) verwendet wurden. Außerdem soll er über das Brandverhalten des verwendeten Dämmstoffes Auskunft erteilen.

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