Handel mit Cannabis: Zwei Jahre Bewährung
Ein 28-jähriger Mann musste sich vor dem Amtsgericht Warendorf für den Anbau von Cannabispflanzen verantworten.

Vor dem Warendorfer Schöffengericht wurde er wegen des Besitzes und Handels mit Betäubungsmitteln zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Der 28-Jährige, der heute in Warendorf wohnt, bestritt in seiner durch den Rechtsanwalt verlesenen Erklärung, dass er mit dem Marihuana habe handeln wollen. Er konsumiere seit seinem 15. Lebensjahr regelmäßig, weshalb er sich einen Vorrat habe anlegen wollen. Eine Einlassung, die vom Gericht und auch von Seiten der Staatsanwaltschaft angezweifelt wurde. „Das sieht nicht unbedingt nach Eigenbedarf aus“, verwies die Richterin auf insgesamt 167 Cannabispflanzen, die am 30. Juni neben einem Gewächshaus im Everswinkeler Außenbereich sichergestellt worden waren.

Der geringe Wirkstoffgehalt – nur knapp über der Grenze zur nicht geringen Menge – ergebe sich vor allem dadurch, dass die Pflanzen noch sehr jung gewesen seien. Und auch in einem Prozess im Jahre 2013, wo der Angeklagte wegen 579 Gramm Marihuana mit 27,35 Gramm THC zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, hatte er erklärt, geringe Mengen verkaufen zu wollen.

Die Frage, ob der Angeklagte wirklich mit dem Cannabis handeln wollte, spielte für die Strafzumessung nur eine untergeordnete Rolle. Viel entscheidender war, ob man ihm, der seit 2011 insgesamt fünf Mal wegen Betäubungsmitteldelikten auffällig geworden war, noch eine positive Sozialprognose würde stellen können, um damit den Weg zu einer Bewährungsstrafe freizumachen. Eine Frage, die Staatsanwaltschaft, Verteidigung und das Gericht bejahten – auch, weil sich der Angeklagte dazu bereiterklärte, seine Drogenabhängigkeit mithilfe einer Therapie anzugehen. Zusätzlich muss er 250 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

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