Handwerkskunst der Glasmalerei auf der Spur
Eine zeitraubende handwerkliche Feinarbeit ist das Restaurieren historischer Verglasungen.

Die Besucher staunten nicht schlecht über die Vielfalt und Farbenpracht historischer und moderner Gläser in der lichtdurchfluteten Werkstatt. In der dritten Generation fertigt und restauriert der Familienbetrieb Knack überwiegend sakrale Glasfenster.

Der Inhaber selbst erklärte den Weg von den Rohstoffen bis zu den gefärbten Glasplatten, die fein säuberlich und farblich sortiert in raumhohen Regalen aufgereiht standen. Dieses Ausgangsmaterial wird anhand von Schablonen in die gewünschte Form geschnitten, nach einem Entwurf bemalt und dann im Brennofen zu einer Einheit verschmolzen. Danach kann es mit Bleiruten eingefasst und mosaikartig zu dem gewünschten Motiv zusammengefügt werden – ein Handwerk, an dem sich seit der Entstehung der ältesten Kirchenfenster nicht viel verändert hat.

Auch das Restaurieren verbogener oder zerstörter Fenster demonstrierte der Fachmann am Objekt selbst. Die Gäste stellten zahlreiche Nachfragen, so dass die Zeit wie im Flug verging. Kurz darauf ging es um eine Blütezeit der Kirchenfensterproduktion: Der Düsseldorfer Künstler Friedrich Stummel arbeitete zwischen 1880 und 1919 sehr eng und fruchtbar mit der Glaswerkstatt Derix aus Kevelaer zusammen. Referent Martin Kaspar vom Bischöflichen Generalvikariat in Münster betreut und erforscht den umfangreichen Nachlass dieser Zusammenarbeit.

Er erläuterte den interessierten Zuhörern die geschichtlichen Voraussetzungen und Vorbilder für die Kunst des Malers im sogenannten „Nazarenerstil“. So konnten die Betrachter vom farbigen Entwurf im Maßstab 1:10 über den „Karton“ im Maßstab 1:1 und ein Dia des fertigen Fensters alle Entwicklungsstufen und Veränderungen im Werkprozess nachvollziehen. Bedauerlicherweise sind viele von Stummels Fenstern heute zerstört – einige haben sich jedoch sogar in nächster Nachbarschaft erhalten. Sicher werden die Teilnehmer beider Veranstaltungen diese und andere Kirchenfenster in Zukunft mit anderen Augen sehen.

SOCIAL BOOKMARKS