Ine Beer ist eine absolut treue Seele
Bild: Baumjohann
Kein Aprilscherz: Seit 50 Jahren ist Ine Beer am kommenden Montag dem Edeka-Markt im Vitusdorf treu.
Bild: Baumjohann

 Abends nach Dienstschluss habe man zum Spaß noch Dinge erledigt, die gemacht werden mussten. Und während der Arbeitszeit hat es immer Gelegenheiten zum Gespräch gegeben: „Vater Böcker hat beim Apfelsinen abpacken vom Krieg erzählt“, erinnert sich Ine Beer. „Dafür hat heute kein Mensch Zeit.“ Verändert hat sich in all den Jahren auch das Sortiment des Edeka-Markts, den heute Frank Strohbücker führt: „Wir haben zwischen 15 000 und 18 000 verschiedene Artikel in den Regalen. Das hat sich in den 50 Jahren verdoppelt, verdreifacht, vervierfacht“, blickt Ine Beer zurück und erinnert sich an die erste Obsttheke im Edeka-Markt, der damals noch an der Freckenhorster Straße zu finden war: „Lediglich zwei Meter war die Theke lang.“ Dass dort exotische Früchte wie Litschis keinen Platz hatten, versteht sich von selbst.

Dreimal umgezogen

Mit dem Edeka-Markt des Vitusdorfs ist Ine Beer in den vergangenen 50 Jahren dreimal umgezogen: „Ich habe 25 Jahre an der Freckenhorster Straße gearbeitet, dann zwölf Jahre an der Vitusstraße und jetzt schon 13 Jahre an der Bergstraße. Mit jedem Umzug ist der Markt ein Stück näher an meine Haustür gerückt“, schmunzelt sie. Als sie vor 50 Jahren ihre dreijährige Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau begonnen hat, war Ine Beer 13 Jahre alt: „Ein paar Wochen später bin ich 14 geworden“, berichtet sie. Einige Jahre, als ihre Kinder jung waren, hat Ine Beer als Teilzeitkraft im Lebensmittelmarkt gearbeitet: „Damals wurde um 8 Uhr geöffnet und um 12.30 Uhr wurde der Laden zur Mittagspause geschlossen.“ Auch das ist heute völlig undenkbar. Aber Zeit für ein kurzweiliges Gespräch bleibt trotz aller Hektik auch heute manchmal: Unter den Kollegen sowieso und natürlich auch mit den zahlreichen Stammkunden, die auch schon seit Jahrzehnten im Edeka-Markt und bei Ine Beer einkaufen.

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