Kraftfahrerkapelle Denkmal des Monats
Foto: LWL
Einem Zelt nachempfunden ist die Kapelle St. Christophorus, um den Charakter des Durchreisens widerzuspiegeln.
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LWL-Denkmalpfleger Jakob Hofmann erklärt, was das Baudenkmal so einzigartig macht: „St. Christophorus ist eine Kirche für die Gemeinde und für Durchreisende. Für diese Doppelfunktion kennen wir – zumindest für Westfalen – keine Vergleichsbeispiele. Besonders ist auch, dass die Kraftfahrerkapelle nicht an einer Autobahn, sondern an einer Bundesstraße liegt.“

1964 wurde die neue Kapelle dem heiligen Christophorus, dem Schutzpatron der Reisenden, geweiht. „Damals wurde das Auto gerade erst zum Massenverkehrsmittel“, erklärt Hofmann. „Autobahnkirchen waren zu diesem Zeitpunkt ein junges Phänomen –1958 ist die erste an der Autobahn 8 entstanden. Umso bemerkenswerter ist es, dass hier ein ähnliches Konzept mitgedacht wurde.“

In Raestrup bestand der Wunsch nach einer eigenen Kapelle zu diesem Zeitpunkt schon seit vielen Jahren. Bereits in den 1920er-Jahren hatte sich ein Kapellenbauverein gegründet; ab 1944 fanden Gottesdienste auf dem Hof Rusche statt. „Doch der neue Gottesdienstraum sollte mehr sein, als ,nur’ Bauerschaftskirche“, betont Hofmann. So hieß es im Bauantrag: „Die Kirche ist nicht nur als Gemeindekirche, sondern vor allem für vorbeifahrende Autofahrer (ähnlich den Autobahnkirchen) geplant.“

Der Münsteraner Diözesanbaumeister Eberhard Kleffner und seine Frau Christa Kleffner-Dirxen errichteten einen Zeltbau als Holzbinderkonstruktion mit eingestellten Backsteinwänden.

Die Bedeutung der Kapelle für das heutige Gemeindeleben betont Propst Michael Langenfeld: „Unsere Kirchengemeinde St. Marien Telgte mit ihrer Propsteikirche ist stark von den Wallfahrern geprägt. Deshalb ist es für uns pastoral sehr wertvoll, dass wir unsere Gemeindemessen am Sonntag dezentral in unterschiedlichen Kirchen und Kapellen feiern können. Die Gläubigen rund um St. Christophorus haben sich dabei über Jahrzehnte zu einem Gemeindeteil entwickelt, der sich stark mit ‚seiner’ Kapelle identifiziert und das Andenken an die vielen Verkehrstoten wach hält.“ Auch Reisende sind zur Einkehr eingeladen.

2021 feiert die Kraftfahrerkapelle St. Christophorus nicht nur das 60-jährige Jubiläum ihrer Grundsteinlegung, sondern auch ihren ersten „Geburtstag“ als Baudenkmal.

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