Kulturprogramm in der Baugrube
Bild: Stempfle
Zahlreiche Akteure und Gruppierungen haben ein vielfältiges Baustellen-Programm auf die Beine gestellt, um trotz der umfassenden Sanierungsmaßnahmen Besucher in die Telgter Altstadt zu locken.
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Sie haben ein umfangreiches und vielfältiges Programm für die Bauzeit auf die Beine gestellt, um den Bürgern und Besuchern der Wallfahrtsstadt auch während der Baumaßnahme zu zeigen, wie großartig die Kleinstadt ist.

Vor rund einem Jahr hat sich eine Vorbereitungsgruppe, zu der unter anderem die Hanse, der Heimatverein, die Stadt Telgte, die politischen Parteien und die ETO gehören, zusammengesetzt, um ein Konzept zu entwickeln, wie die Altstadt auch während der Bauzeit mit Leben gefüllt werden kann.

„Wir hatten so viele Ideen, die wir alle gar nicht umsetzen können“, erklärte Simone Thieringer stellvertretend für die Vorbereitungsgruppe. Für fünf Veranstaltungen haben sich die Organisatoren entschieden, bereichert werden die von weiteren Aktionen der Einzelhändler. „Die übrigen Ideen könnten wir als Konzept an andere Kommunen verkaufen“, so Thieringer mit einem Augenzwinkern.

Stolz auf die Kreativität und die Anpackbereitschaft der Telgter Gruppierungen ist Bürgermeister Wolfgang Pieper. „Man hätte denken können, dass sich bei einer Situation, in der es schwierig wird, alle Beteiligten in die Büsche schlagen. Doch das Gegenteil ist passiert: Alle wollen ihren Beitrag leisten, damit weiterhin Besucher in die Stadt kommen“, betonte der Bürgermeister. So ein Veranstaltungsprogramm könne nur auf die Beine gestellt werden, wenn alle an einem Strang ziehen. „Und es kann nur erfolgreich werden, wenn die Menschen in die Altstadt kommen“, betonte Pieper.

Ein nicht ganz lebendiger Mensch wird alle Bauphasen begleiten: Hertha, eine Schaufensterpuppe, hat ihren Namen von der germanischen Erdgöttin erhalten. Sie wird bei allen Aktionen aufgestellt und darf von Besuchern nach Herzenslust besprüht, bemalt und gestaltet werden.

Den Auftakt der mit dem Baustellen-Programm verbundenen Aktionen hat das Kurzfilm-Projekt des MSM-Gymnasiums und der Telgter Hanse bereits gemacht („Die Glocke“ berichtete). Damit auch Besucher der Altstadt ordentlich was zu buddeln haben, werden auf der Bahnhofstraße, dem Kirchplatz, dem Lappenbrink und dem Münstertor Sandkästen während der gesamten Projektzeit aufgebaut. Dort können Gäste nach Schätzen graben, Mini-Beach-Volleyball spielen und Burgen bauen.

Von Mai bis September können Besucher die Ausstellung „Kleinstadtmenschen“ bestaunen. Nach den Alltagsmenschen und den Trash People werden erneut Figuren in den Fokus gerückt. Auf 20 bauzaungroßen Planen werden kleine Fotogeschichten mit Miniaturfiguren erzählt. Dazu soll es Lesungen und Führungen geben. Die Geschäftsleute wollen ihre Schaufenster mit den Figuren, die viele aus dem Modellbau für Eisenbahnen kennen, dekorieren.

Eine kleine Geschichte von drei Wörtern wird von Mitte September bis Dezember in der Innenstadt erzählt. Dann findet die Ausstellung „Ich liebe dich“ statt. Nicht nur Schrift und Sprache, sondern auch Bilder werden zu sehen. Insgesamt 72 Exponate, zum Teil Originale von Goethe bis Gernhardt aus dem Marbacher Literaturarchiv werden in vielen Geschäften ausgestellt. Dazu werden zahlreiche begleitende Veranstaltungen angeboten.

Auch die Geschäftsleute werden sich in das Baustellen-Programm einbringen. So sind etwa ein Kaffeesackhüpfen, ein Sänger-Flashmob in der Baugrube, ein Open-Air-Kaffeehaus mit klassischen Liebesliedern, Lesungen, Live-Musik und XXL-Schach-Turniere geplant.

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