Lohnunternehmer mäht 775 junge Eichen

Entdeckt wurde der Schaden unter anderem von Bernd Pohlkamp, der zufällig mit dem Rad an der Wiese vorbeigefahren war. Der Mitarbeiter der Vereinigten Volksbank, die das Pflanzprojekt an den Telgter Grundschulen durchgeführt hatte („Die Glocke“ berichtete), zeigte sich auch zwei Tage später noch schockiert. „Ich war sprachlos und hab mich gefragt: Wo ist unserer Wald?“

Zwischen 20 und 40 Zentimeter hoch seien die jungen Pflanzen gewesen, die Grundschüler über den Winter aus Eicheln selbst gezogen und im April ausgepflanzt hatten. Jetzt ist von der ganzen Mühe nichts mehr übrig. „Wir stehen bei Null“, ärgert sich Pohlkamp über das Vorgehen des Lohnunternehmens, das verantwortlich für den Kahlschnitt ist. Schließlich sollte ein Wald anlässlich des 775. Geburtstags der Stadt entstehen.

„Sehr bedauerlich“ nennt Bürgermeister Wolfgang Pieper den Vorfall. Doch er schränkt ein: „Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht.“ Das bezieht sich nicht nur auf den engagierten Lohnunternehmer, auch die Stadtverwaltung hätte besser aufpassen sollen. „Wir hätten vielleicht deutlicher darauf hinweisen müssen, dass die Bäume dort auf der Wiese stehen.“

Der grüne Bürgermeister verspricht, dass die Stadt für den Schaden aufkommt und neue Eichen anpflanzen wird. Doch das könne wohl erst im Herbst passieren, ist doch im Sommer keine Pflanzzeit. Allein die Stadt Telgte wird für die Kosten der Neuanpflanzung aufkommen. „Das Projekt wird nicht ad acta gelegt“, verspricht Bürgermeister Wolfgang Pieper vor allem mit Blick auf die enttäuschten Grundschüler, die am Projekt „Wurzeln schlagen – 775 Eichen, 775 Jahre Stadt Telgte“ beteiligt waren. Und der Erste Bürger garantiert: „Wir werden die neuen Pflanzen hegen, pflegen und wie unseren Augapfel hüten.“ Damit solch ein Malheur nicht noch einmal passiert.

SOCIAL BOOKMARKS