Marc Mundri Vierter bei der Bäcker-WM
Hoch konzentriert arbeitet Marc Mundri, Bäckermeister aus Everswinkel, bei der Weltmeisterschaft in München.

Hinter Japan, den Niederlanden und Frankreich belegen die beiden 26-Jährigen den vierten Platz – Holzmedaille, wie der Sportler sagt, für Deutschland. „Mittlerweile haben wir den Schock verdaut“, sagt der Bäckermeister von Diepenbrock in Everswinkel, der seine Prüfung im Juli abgelegt hat. „Wir lagen bis dahin gut im Rennen. Allerdings stand die Skulptur nicht so wie im Training.“ Vor der Jurybewertung brach sie endgültig zusammen. „Das hat uns wichtige Punkte gekostet, zumal wir der Konkurrenz mit den anderen Produkten in nichts nachstanden.“

Vier Kategorien galt es zu absolvieren: Brot, Partygebäcke, Plunder und Brot-Schaustück. Passend zum Motto des Wettbewerbs „Magischer Zirkus“ hatten sich Mundri und Felix Remmele aus Baden-Württemberg eine Skulptur mit Zirkuszelt, Spielkarten und weißem Hasen überlegt. Natürlich durfte dabei ein Zylinder – das Markenzeichen des Teams – nicht fehlen. „Je höher, desto wichtiger ist die Stabilität“, erklärt der Bäcker. Die Statue hatte schon im Lauf der Ausscheidung einen Bruch erlitten, der durch „Plan B“ ausgebessert werden musste. „Danach stand sie nicht stabil genug“, bilanziert Mundri, der durch eine dreijährige Bäckerwalz um die Welt bekannt wurde. „Das hat die Arbeit und den Aufwand zunichte gemacht.“

Vor eineinhalb Jahren hatte der Teamchef der deutschen Bäcker-Nationalmannschaft, Wolfgang Schäfer, Mundri und Remmele für die Teilnahme nominiert. Seitdem hatte sich das eingespielte Team, das bei der Europameisterschaft der Bäckerjugend die Krone errang, vorbereitet. Die Kategorien des Backprogramms sowie die Mengenangaben waren vorgegeben. Ideenfindung und Rezeptentwurf bildeten die erste Phase der Vorbereitung. „Dann mussten wir unsere Arbeit auf den Zeitraum von sieben Stunden anpassen“, sagt Mundri – so lange hatten sie bei der Weltmeisterschaft in München Zeit. Am besten sei man noch schneller, so dass man am Wettbewerbstag auch trotz neuer Laufwege, Maschinen und Öfen einen Zeitpuffer habe, erklärt er.

Zwölf Teams waren bei der Ausscheidung der Bäckermeister in München Mitte September angetreten. „Erfahrungsgemäß sind Frankreich, die Niederlande und die Bäcker aus Asien weit vorn“, sagt Marc Mundri. Das bestätigte sich auch in diesem Jahr bei der WM. „Die Spitze ist eng, die Teams sind sehr jung.“ Frohen Mutes sei das deutsche Bäckergespann zum Heimspiel in Bayerns Hauptstadt angetreten. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, kommt man laut Mundri in einen Fluss. „Dann ist man hoch konzentriert und vom Ehrgeiz gepackt.“ Hektisch wurde es jedoch, als die Statue zusammenbrach.

Alle drei Jahre bietet sich für ein deutsches Team die Chance, sich international um die Bäckerkrone zu bewerben. Ob er noch einmal antreten würde, lässt Marc Mundri offen: „Das ist eine Entscheidung des Teamchefs. Außerdem ist es auch immer eine Zeitfrage, schließlich hat man einen Betrieb in Rücken.“ Von Wehmut ist bei dem Diepenbrock-Juniorchef keine Spur. Er sei froh, wieder in in seiner Heimatgemeinde Everswinkel backen zu können. Zudem nehme ein weiteres Projekt gerade viel Zeit ein, denn in Kürze schließe er seine Prüfung zum Betriebswirt ab.

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