Möhnen übernehmen die Macht im Rathaus
Bild: Baumjohann
Da ist das Ding: Die Möhnen haben den Schlüssel. Es freuen sich (v. l.) Steffi Vorsthove, Bürgermeister Sebastian Seidel, Sandra Jurdeczka und Manuela Gerdemann.
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Noch schöner, so mag man ergänzen, ist für die jecken Weiber wohl nur der Aufenthalt im Rathaus. Und so ließen sie sich auch in diesem Jahr nicht erweichen und forderten vehement die Schlüsselgewalt ein: „Sebastian gib uns nun den Schlüssel und lasst uns gemeinsam singen, tanzen, lachen!“

Zuvor hatten Sandra Jurdeczka und Steffi Vorsthove in ihrer Möhnenrede an einige Ereignisse des abgelaufenen Jahres erinnert, den Abschied von Pfarrer Heinrich Hagedorn ebenfalls thematisiert wie die bevorstehende Schließung von Arning, den Eichenprozessionsspinner zum Gewinner des Jahres 2019 ernannt und sich mit dem Möhnentanz Applaus und Zugabe-Rufe gesichert.

„Mensch Möhnen, seid Ihr immer noch nicht fort? Wollt etwa immer noch an Bord? Wollt Ihr jetzt ernsthaft an die Macht?“, rief Bürgermeister Sebastian Seidel den Möhnen in seiner Antwortrede zu und zeigte sich mit Blick auf das Gemeindeentwicklungskonzept überzeugt: „Doch nach und nach wird’s uns gelingen, unsern Ort voranzubringen. Natürlich braucht’s auch etwas Mut. Ich weiß, dann wird das richtig gut.“ Für die Idee, den Möhnen das Steuer im Rathaus zu überlassen, konnte sich Sebastian Seidel schlussendlich doch begeistern. „Doch nun nochmal zu Euch, Ihr Frauen! Um Euch den Tag nicht zu versauen, könnte ich mir doch wohl denken, das Schiff ‘ne Weile herzuschenken“, zeigte er sich überzeugt und versicherte, während der jecken Tage in Everswinkel bleiben zu wollen: „Ich war schon einmal in New York. Drum will ich jetzt auch gar nicht fort und Weltenmeere seh’n. Ich bleibe hier. Hier ist’s so schön.“

Den Möhnen und allen Karnevalisten indes riet er: „Und Ihr geht jetzt auf große Fahrt und macht Euch – ganz auf Eure Art – vier tolle Tage. Los! Gebt Gas! Feiert, tanzt und habt viel Spaß!“ Das ließen sich die Jecken beim Rathaussturm nicht zweimal sagen. Im Sitzungssaal des Rathauses wurde die närrische Machtübernahme ebenso gefeiert wie zu späterer Stunde in den Kneipen des Vitusdorfes. Und eines ist sicher: Vor Aschermittwoch werden die Möhnen den Rathausschlüssel gewiss nicht wieder herausrücken.

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