Muckefuck und Kirchentkerner in Aktion
Bild: Mettelem
Mit Waschbrett am Zuber: Alfons Brochtrup (l.) und Heimatvereinsvorsitzender Josef Beuck mühten sich ab beim Wäschewaschen.
Bild: Mettelem

 „Das Stück Eisen wurde im Herd zum Glühen gebracht und kam dann in ein Bügeleisen.“

Hautnah wurde den Besuchern des Mitmachmuseums am letzten Aktionstag der Saison ein breites Spektrum an alten Haushaltsgeräte gezeigt und in Aktion vorgeführt. Dass dies auf reges Interesse stieß, zeigte die große Besucherzahl am Sonntag, die alle Aktiven des Mitmachmuseums freute. Deutlich wurde bei den verschiedenen Vorführungen eins: Früher hatte man im Haushalt mehr körperliche Arbeit zu verrichten als heute.

Das zeigte sich unter anderem bei der häuslichen Wäsche. Im schweren Holzbottich wurde die Wäsche eingeweicht, mit Stampfer und Waschbrett durchgewalkt, ehe sie dann aufgehängt oder auf der Wiese gebleicht wurde. Der Erfindungsreichtum zeigt sich im Mitmachmuseum Everswinkel durch die verschiedenen Modelle der Miele-Waschmaschine über die alten Schaukelwaschmaschinen bis hin zur patentierten Wäscheschleuder des früheren Everswinkeler Maschinenbau-Unternehmens Lohmann.

Ewald Stumpe hatte seine wahre Freude beim Rösten der Gerste, aus der der Arme-Leute-Kaffee, der „Muckefuck“, entstand, den die Besucher verköstigen konnten. Markus Elberich hatte Zuckerrüben vorgekocht und presste den süßen Saft mit Hilfe einer Schraubpresse und Muskelkraft aus, um damit Zucker und Zuckersirup herzustellen. Heinz Horstmann hatte die Aufgabe übernommen, mit Hilfe von Schneidgeräten aus den Kappesköppen Sauerkraut zu fertigen. Eine Vielzahl von Geräten, bei denen man oft erst erraten musste, wozu sie im Haushalt dienen, standen zur Besichtigung bereit: alte Bügeleisen, Butterfässer, Wäschemangeln, Kirschenentkerner und sogar ein alter Zigarrenabschneider gehörten dazu.

Und für das nächste Jahr hat man sich bereits eine neue Aktion ausgedacht, wie Josef Beuck verriet: Eigens dafür hatte man jetzt schon Flachs angebaut, der von Hand von den Blütenständen befreit und weiter behandelt werden muss, um Leinen herstellen zu können. Wer am Sonntag noch Zeit hatte, der konnte sich bei selbstgebackenem Kuchen und „richtigem“ Kaffee erholen und dann noch ein duftendes frisches Steinofenbrot mit nach Hause nehmen.

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