Neues Weingebiet im Herzen von Telgte
Bild: jus
Aus einer üppigen Weinernte von Pflanzen seines Gartens will der Telgter Rolf Stempfle eigenen Wein herstellen. Zahlreiche Schritte sind dafür nötig.
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„Eigentlich sollte der Wein lediglich die Pergola im Garten beranken und auf der Terrasse im Sommer für natürlichen Schatten sorgen“, erklärt der Hobby-Kellermeister. Weil die Pflanzen schnell üppige Früchte trugen, reifte in Rolf Stempfle die Idee, die Trauben zu Wein zu verarbeiten. Der Pilotversuch vor vier Jahren glückte, 15 Liter Weißwein waren die Ausbeute. Doch in den kommenden Sommern genossen vor allem Vögel und Hornissen die süßen Früchte im Garten, an eine weitere Weinlese war aufgrund der wenigen Trauben nicht zu denken. Erst in diesem Jahr trugen die Pflanzen wieder so viele Früchte, dass sowohl für Wein als auch für die Tiere ausreichend Trauben vorhanden waren.

Vor einer Woche hat die Weinernte begonnen. Auf den Zehen stehend schneidet Stempfle die reifen Reben ab. Hornissen und Vögel waren auch in diesem Sommer hungrige Besucher, einige Trauben zeigen deutliche Spuren der tierischen Nutznießer. Mit flinken Fingern verliest der Telgter die Reben, die beschädigten Trauben werden gleich aussortiert. In einer großen Plastikwanne wandern die Früchte in die Küche, die vorübergehend für die Weinherstellung in Beschlag genommen wird.

Nach dem Waschen und dem Entfernen der hölzernen Stiele werden die Trauben auf verschiedene Töpfe aufgeteilt. Mit einem Kartoffelstampfer rückt Stempfle den Früchten zu Leibe, um Maische herzustellen. Einen Teil der breiigen Masse gibt er in ein Handtuch und versucht, den Trauben so viel Saft wie möglich abzuringen. „Das klappt nicht so gut wie gedacht“, ist die ernüchternde Erkenntnis des Hobby-Kellermeisters nach einigen Minuten. Viel Saft hat er mit dieser Methode nicht gewonnen, einige Trauben sind noch ganz. „Versuch gescheitert“, ist das Fazit. Deshalb greift der Telgter auf ein Antigeliermittel zurück. Denn: „Trauben enthalten, wie andere Früchte auch, sogenannte Pektinstoffe, eine Kittsubstanz, aus der die Zellwände bestehen“, erklärt Stempfle. „Die lassen sich nicht durch Muskelkraft zerreißen.“ Daher gibt er Antigeliermittel in die Maische. Ein darin enthaltendes Enzym löst die Pektinstoffe. Bis es soweit ist, muss der Brei jedoch 24 Stunden ruhen.

 

Mehr dazu lesen Sie am Samstag in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“.

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