Nitratbelastung von Trinkwasser sinkt 
Bild: Baumjohann
Sie alle arbeiten daran, Trinkwasser möglichst wenig mit Nitrat zu belasten: (v. l.) Matthias Verenkotte, Ulrich Bultmann, Martin Wickensack, Karl Werring, Günter Kaulingfrecks, Matthias Meckmann, Andreas Große Perdekamp und Aloys Verenkotte.                      
Bild: Baumjohann

Auch kreisweit lägen alle Trinkwasserbrunnen der Wasserversorger bei Werten weit unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter, weiß der Wasserwerker. Ein Ergebnis, das er auch auf die mittlerweile seit 20 Jahren bestehende Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft zurückführt. „Wir sind glücklich, so einen hervorragenden Kontakt mit der Landwirtschaft zu haben.“ Selbstverständlich freut sich Kaulingfrecks auch darüber, als Resultat der Kooperation dokumentierte Erfolge vorweisen zu können. „In den zehn Millionen Kubikmetern Wasser, die jährlich an die Verbraucher gehen, liegt der Nitratwert durchschnittlich zwischen vier und 13 Milligramm pro Liter.“ Die geringsten Durchschnittswerte erziele man mit vier Milligramm in Telgte, in Everswinkel und Warendorf seien es sechs Milligramm, in Ostbevern zehn, in Vohren und Dackmar 12 und in Füchtorf 13 Milligramm pro Liter. Werte, die auch dank des Einsatzes der Landwirtschaft rund um die Trinkwasserförderbrunnen erreicht werden können. Der Bau größer Güllelagertanks auf den Betrieben, die Veränderung der Ausbringungstechnik hin zum Schleppschlauch, die Abkehr von der Gülleausbringung im Herbst, der Anbau von Zwischenfrüchten und auch der Verzicht auf Gülle in kritischen Gebieten seien Maßnahmen, die viele Landwirte im Kooperationsgebiet umgesetzt hätten, weiß Andreas Große Perdekamp. Der Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe verweist darauf, dass die Landwirte für diese Maßnahmen Fördergelder beziehungsweise Ausgleichszahlungen von den Wasserversorgern erhalten. Für Günter Kaulingfrecks ist das gut angelegtes Geld: „Der Erfolg ist schlicht und einfach dauerhaft da.“ Ein Ergebnis, das dokumentiert wird. Gut 500-mal im Jahr ziehe man sogenannte „N- min“-Proben, mit denen der Gehalt pfanzenverfügbaren Nitrats ermittelt werde, sagt Große Perdekamp. Bei Hausbrunnen kommen im Kreis Warendorf durchaus noch Nitratbelastungen von mehr als 50 Milligramm pro Liter vor. „2013 waren es 6,8 Prozent von etwa 6500 Brunnen“, weiß Andreas Große Perdekamp. Aber auch diese Zahl sinke: „2009 lagen noch 7,4 Prozent von damals 6800 Brunnen über dem Grenzwert.“

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