Pattkamp: Anlieger äußern ihre Bedenken
Bild: Mettelem
Auf dem Gelände am Pattkamp sollen zwei Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen entstehen.
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Dr. Hamann: „Uns war klar, dass die Planung auf Widerspruch trifft.“ Aber es gelte auch, das Gemeinwohl zu berücksichtigen. Da weiterhin ein Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden sein werde, müsse das Wohnheim am Pattkamp ein Teil der Lösung des Problems sein.

Bürgermeister Sebastian Seidel hatte zuvor ebenfalls die Notwendigkeit für den Wohnheimbau betont und kurz Rückblick auf die bereits durchgeführten Bürgerversammlungen und Informationsveranstaltungen gehalten, in denen das Thema zusammen mit den Anliegern ausführlich besprochen worden war. Nun müsse man sich mit den Einwendungen beschäftigen, die teilweise umfangreich – die längste Abhandlung hat 160 Seiten – aber vielfach auch gleichlautend eingegangen seien.

Nach den Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger steht der notwendigen Änderung des Bebauungsplans nichts mehr im Weg. Die Verkehrsuntersuchungen, die Lärmgutachten, die Feuerschutzbestimmungen und artenschutzrechtlichen Konflikte zum Vorkommen von Fledermäusen und Kammmolchen in diesem Gebiet böten keine Hindernisse zur Verwirklichung des Bauvorhabens. Sogar der behördliche Hinweis auf insektenfreundliche Beleuchtung werde aufgegriffen.

Bis Juni oder Juli werden die Abwägungsvorschläge der Anlieger beraten. Die Beantwortung zu Nutzungskonflikten des Kleingartenvereins, zur Standortdiskussion, zur Straßenbauplanung und weiterer Punkte soll bis dahin schriftlich ausgearbeitet werden. Eine erneute Offenlegung sei daher nicht notwendig, erläuterte Reher.

In seiner Stellungnahme wurde Peter Friedrich (FDP) deutlich: Es habe ihn erschreckt, in einer Stellungnahme der Anlieger die Frage „Brauchen wir ein Flüchtlingsheim?“ lesen zu müssen. Geärgert habe ihn, dass angenommen worden war, dass die Anlieger nicht ausreichend und früh genug informiert worden seien: „Wir haben viele Gespräche geführt und informiert.“ Der Gemeindeverwaltung und insbesondere Amtsleiter Thomas Stohldreier sei es zu verdanken, dass für die Flüchtlinge viele Gebäude angemietet werden konnten. Inzwischen sei der Wohnungsmarkt aber fast leer.

Dirk Folker (CDU) gab aber dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Recht: „Sie haben mir aus der Seele gesprochen.“ Auch die CDU-Fraktion habe keine neuen Erkenntnisse aus den Einwendungen der Anlieger ziehen können. Karl Stelthove (Bündnisgrüne) stieg ebenfalls mit ein: „Es gibt niemals den idealen Standort, egal für was.“ Alternativen habe man ausreichend abgewogen, aber es gebe keine bessere. Letztlich hatte ein Sprecher der Anlieger das Wort: „Wir sind dankbar dafür, dass wir beteiligt wurden.“ Man habe die Einwendungen lediglich zu Papier gebracht, „weil uns an einer rechtlich sauberen Planung liegt“. Man wolle daher auch weiterhin im Dialog mit der Gemeinde bleiben.

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