Poschmann haucht Möbeln neues Leben ein
Bild: Kinder
Gelernter Schreiner und Restaurator: Im Frühjahr hat sich Joachim Poschmann mit seinem Unternehmen „Pogo Retroquitäten“ in Everswinkel selbstständig gemacht. Antike Möbel und Dekoration bringt der 43-Jährige wieder auf Vordermann und verkauft sie.
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In Handarbeit werden sie von dem gelernten Restaurator aufgearbeitet, zum Teil umfunktioniert und verkauft. Im Frühjahr hat sich der 43-Jährige mit seinem Unternehmen „Pogo Retroquitäten“ selbstständig gemacht. Wie ist es zu dem ungewöhnlichen Namen gekommen? „Er ist eine Mischung aus Retro und Antiquitäten“, erklärt der Vater von drei Kindern. „Es geht darum, dass ich die antiken Möbel wieder neu aufleben lassen möchte.“ Und „Pogo“? Das setzt sich zusammen aus seinem Nachnamen und dem seiner Freundin.

Zudem möchte er damit auf den gleichnamigen Punkertanz der 1970er-Jahre anspielen: „Damals galt es, sich gegen die Ja-Sager und den Mainstream aufzulehnen und sein Ding durchzuziehen.“ Nicht mit der Mehrheit gehen, sondern einzigartig sein. Damit zieht der Restaurator die Verbindung zu seinen Möbeln, die Unikate sind. „Sie haben Gebrauchsspuren. Das zeigt, dass in ihnen Leben steckt.“

Besucher können sich in der Ausstellung Poschmanns auf Entdeckungsreise begeben. Immer wieder werden sie sowohl auf Ausgefallenes als auch auf Bekanntes stoßen. An der einen Ecke stehen Tische im Landhaus-Stil, auch Kommoden und Schränke verschiedener Epochen warten darauf, gekauft zu werden. Nebenan steht eine weiße Sitzbank. „Die habe ich aus einem massiven Kopfteil eines Betts gefertigt“, erklärt Poschmann. Sessel, Sofas sowie verschiedene Stühle – zum Teil restauriert, zum Teil noch im ursprünglichen Zustand – sind aufgereiht.

Das Ambiente stimmt: Umgeben von alten Bügeleisen, wuchtigen oder ausgefallenen Lampenschirmen, bunt geblümtem Geschirr und Werbeschildern fühlt man sich wie auf einer Zeitreise. Das älteste Stück, das Poschmann anbietet, ist eine antike Spiegelkonsole. Sie hat schon mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel, stammt schätzungsweise aus den 1770er-Jahren. In Erinnerung an die eigene Kindheit schwelgen, das ist bei „Pogo Retroquitäten“ kein Problem. Außer einem Hochstuhl aus den 1950er-Jahren, den man zu einer Sitzgruppe auf Rollen umwandeln kann, wartet unter anderem ein Metall-Schaukelpferd aus dem 1940er-Jahren auf seinen nächsten Reiter. „Es war früher ein Renner bei den Kindern“, weiß Joachim Poschmann, der sich im Internet informiert hat. „Es wurde damals in England hergestellt.“

Mehr zum Thema finden Sie in der Dienstagsausgabe der „Glocke“.

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