Radler besuchen jüdische Gemeinde
Einblicke in die jüdische Gemeinde in Münster haben die Mitglieder der Everswinkeler Gruppe von Margarita Voloj-Dessauer bei einer Führung durch die Synagoge erhalten.

 Der Weg führte über Alverskirchen, Wolbeck, entlang der Werse bis in Münsters Innenstadt.

Im Rahmen einer fast zweistündigen Führung von Margarita Voloj-Dessauer – sie ist Mitglied der jüdischen Gemeinde – erhielten die Teilnehmer eine Einführung in die Geschichte der jüdischen Gemeinde. Aktuell hat diese im Münsterland 600 Mitglieder. Vor dem Betreten des Gebetsraumes setzten sich Männer die traditionelle Kopfbedeckung, die Kippa, auf.

Im Gebetsraum erläuterte Volja-Dessauer zunächst die Architektur des Gotteshauses und anschließend den Ablauf eines Shabbat-Gottesdiensts. Lebendig und spannend stellte die Referentin die jüdischen Bräuche und Traditionen sowie die Religionspraxis vor. Sie zeigte die verschiedenen Thorarollen, die in einem Thoraschrein aufbewahrt werden.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer von einer Thorarolle, die von dem Warendorfer Heinrich Baggeroer während des Zweiten Weltkriegs versteckt und nach dem Krieg Hugo Spiegel mit einigen Gebetbüchern übergeben wurde. Sie fanden ihren Platz in einem Nebenraum der verwüsteten Synagoge in Warendorf, dieser wurde am 7. September 1945 als Betraum eingeweiht.

Offen und engagiert beantworte Margarita Voloj-Dessauer die Fragen der Teilnehmer, unter anderem zur Rolle der Frau im jüdischen Glauben oder zum koscheren Essen. Zum Schluss der Führung wurde auch der zunehmende Antisemitismus in Deutschland und die zahlreicher werdenden Vandalismus-Schäden an der münsterischen Synagoge thematisiert.

Beeindruckt und nachdenklich gestimmt machten sich die Teilnehmer über den Europaradweg R 1 auf den Rückweg nach Everswinkel.

SOCIAL BOOKMARKS