Reiter haben friedliche Absichten
Bild: Stempfle
Rösser und Reiter begrüßte Bürgermeister Wolfgang Pieper am Montagmorgen auf dem Marktplatz. Die Friedensreiter machten – wie ihre historischen Vorbilder – einen Stopp in der Wallfahrtsstadt.
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Ihr Ziel: Die Friedensreiterroute von Münster bis Osnabrück zurücklegen und die Menschen informieren. Quartier haben die gut 20 Teilnehmer des diesjährigen Friedensritts bei ihrem Stopp in der Wallfahrtsstadt im Gasthus Lauheide bezogen. Für ihre Kundgebung sind sie mit Mensch und Tier auf den Marktplatz gekommen.

Dort wurden sie von Bürgermeister Wolfgang Pieper empfangen. Der erinnerte an die Friedensbewegung in den 1980er-Jahren. „1983 hat ein großer Frauenmarsch in Telgte Station gemacht“, erinnert sich der Erste Bürger. Auch daran, dass die Lokalpolitik diese Bewegung fast vollständig ignoriert habe. Der damalige Bürgermeister habe zudem die Aktivisten nicht in der Emsstadt willkommen geheißen.

Ganz anders Wolfgang Pieper: Der Grüne zeigte sich bestens vorbereitet und referierte kurz über das diesjährige Thema des Ritts: „Der Frieden ist Geschichte – deutsche Waffen töten in aller Welt“. Stolz sei man in der Region auf den Westfälischen Frieden, dem ersten durch Verhandlungen beendete Krieg, betonte Pieper. „Doch wir dürfen uns auf diesem geschichtlichen Pfund nicht ausruhen“, mahnte er an. „Frieden muss immer wieder neu gedacht werden.“ Worte, die bei den Aktivisten großen Anklang fanden. Mit Transparenten, Flyern und einem Theaterstück wollen sie darauf aufmerksam machen, dass Deutschland der drittgrößte Waffenproduzent und -exporteur der Welt ist und damit Kriegsführungen im Ausland unterstützt.

„Wir wissen, dass es keine konfliktfreie Welt geben wird“, betonte Aktivistin Ulrike Klausch-Zaidi. „Doch Konflikte können auch ohne Waffen und Gewalt gelöst werden.“ Dafür setzen sich die Reiter ein, die am Wochenende in Münster gestartet sind und bis Samstag Osnabrück erreichen wollen.

„Das Anliegen, das sie umtreibt, ist ein wichtiges“, betonte Bürgermeister Wolfgang Pieper. Schließlich treten die Aktivisten des zehntägigen Ritts für den Frieden und zum Umdenken ein. „Wir prangern an, dass Deutschland Regierungen mit Waffenlieferungen unterstützt, die unter anderem die eigene Zivilbevölkerung bekämpfen“, sagte Klausch-Zaidi. Auch die Bekämpfung der unkontrollierten Verbreitung von Kleinwaffen steht auf der Liste der Friedensreiter.

„Deutschland schürt und führt Krieg“, so das Fazit der Aktivisten, die bei ihrer Kundgebung von der Telgter Jugendgruppe „Telgte links ab“ unterstütz wurden. Nach dem Informationsnachmittag boten die Reiter am Abend eine Lesung zum Thema Bundeswehr in Schulen an.

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