Resolution auf dem Weg nach Berlin
Die Bundesstraße 51 zwischen Münster und Telgte soll vierspurig ausgebaut werden. Dagegen hat sich mit einem einstimmigen Beschluss der Rat der Stadt Telgte ausgesprochen und eine entsprechende Resolution an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gerichtet.

Am Montagabend, 17. Februar 2020, sind die offiziellen Anschreiben an den Bundesverkehrsminister, an die Obleute von CDU, SPD, Grünen und FDP im Verkehrsausschuss des Bundestags, an den Verkehrsminister des Landes NRW sowie an den Landesbetrieb Straßen.NRW herausgegangen. Die Resolution im Wortlaut: „Der Rat der Stadt Telgte fordert auf dem Gebiet der Stadt Telgte die Beibehaltung des vorhandenen Straßenquerschnitts und lehnt einen vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B 51 ab. Der Rat spricht sich damit für den Erhalt der Lindenreihe und des Prozessionswegs mit den Bildstöcken entlang der B 51 aus. Der Rat setzt sich für den Erhalt der derzeitigen höhengleichen Anbindungen der Lauheider Straße, der Straßen Kiebitzpohl / Am Jägerhaus und der Hans-Geiger- Straße ein.

Mit den Stimmen aller im Rat vertretenen Fraktionen – CDU, SPD, Grüne und FDP – war die Resolution in der Sitzung am 13. Februar verabschiedet worden. „Mit der Übersendung der Resolution möchte ich Sie dringend bitten, sich aktuell mit den Argumenten von Politik und Bürgerschaft unserer Stadt auseinanderzusetzen und die Maßnahme noch einmal auf den Prüfstand zu stellen“, erklärt Telgtes Bürgermeister Wolfgang Pieper in dem an Scheuer gerichteten Anschreiben. Der vom Bundestag beschlossene Bedarfsplan des Bundes für die Bundesfernstraßen von 2016 habe zwar Gesetzeskraft, aber ein Gesetz könne geändert werden, wenn es dazu gute Argumente und den politischen Willen gibt, so Pieper, der den Bundesverkehrsminister um ein persönliches Gespräch bittet, um die Sachverhalte erörtern zu können – laut Pieper gerne direkt vor Ort in Telgte oder aber in Berlin.

Weiter ist dem Schreiben aus Telgte an Minister Scheuer zu entnehmen: „Das Münsterland macht sich derzeit in einer konzertierten Aktion der vier Landkreise und der Stadt Münster auf den Weg, um über die Idee eines S-Bahn-Systems die Ziele einer klimaverträglichen Verkehrspolitik und einer Stärkung von Schienenpersonennahverkehr (SPNV), öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) und vernetzter Radverkehrsinfrastruktur zu erreichen. Der geplante vierspurige Ausbau der B 51/64 von Münster nach Telgte widerspricht diesen Zielstellungen ganz offensichtlich und wird deshalb als kontraproduktiv und falsch empfunden.“

„Viele positive Rückmeldungen der vergangenen Tage zeigen mir, dass die Ablehnung des Ausbaus sehr breit in der Bevölkerung vor Ort verankert ist“, betont Wolfgang Pieper. Der Beschluss sei ein wichtiger Etappenerfolg, aber jetzt heiße es, die politische Entscheidung zum Stopp des Projekts in Berlin herbeizuführen.

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