Schweißtreibende Arbeit für ein Stück Butter
Bild: J. Kleigrewe
Wie man mit einem Quirlbutterfass die Butter von der Buttermilch trennt, führten Bernhard Börding (l.) und Maria Querdel vor.
Bild: J. Kleigrewe

Denn da war Kaffee für viele ein echter Luxus und die Butter kam nicht aus dem Kühlregal, sondern musste oft selbst hergestellt werden. Wie genau das Stampfen der Butter funktionierte und wie man Muckefuck, den „Kaffee der kleinen Leute“ herstellte, das erfuhren Besucher am Sonntag im Mitmachmuseum in Everswinkel beim Aktionstag unter dem Motto „Milch-Schmand-Butter“.

Während viele der älteren Besucher sich noch genau an die mühsamen Arbeitsschritte erinnerten, tat sich vor allem für die jüngeren Gäste eine ganz neue Welt auf, denn ein Butterfass hatten sie vorher noch nie gesehen. Und dass die Arbeit mit einem Stampfbutterfass nicht gerade einfach ist, erfuhren sie schnell. Denn die Besucher waren eingeladen, beim Produzieren der Butter mit anzufassen. Nachdem die Milch zuerst zentrifugiert und so der Schmand von der Magermilch getrennt worden war, musste beim „Verbuttern“ das Fett von der Buttermilch getrennt werden. Dazu kam der Schmand in das Stampfbutterfass. Jetzt galt es, solange zu stampfen, bis sich die beiden Bestandteile getrennt hatten. Dass aber dauerte gut 20 Minuten und war ziemlich anstrengend, sodass sich die Kinder immer wieder abwechselten. Neben dem Stampfbutterfass gab es auch noch viele andere Arten von Butterfässern, allein im Mitmach-Museum waren gut 14 verschiedene zu sehen, die aber nicht alle vorgeführt wurden.

 Nur wenige Meter weiter wartete die nächste Station, auch wenn dort die Arbeit nicht ganz so anstrengend war. Denn um Muckefuck herzustellen braucht man nicht ganz so viel Kraft. „Früher war Kaffee echter Luxus und es gab ihn nur sonntags, an allen anderen Tagen nur Muckefuck“, erklärte Martin Baggeroer, während er Roggen in den alten Ofen füllte. Denn Muckefuck besteht aus geröstetem Roggen, der abgekühlt und dann wie normaler Kaffee gemahlen wird. Das Pulver, das dabei entsteht, wird mit heißem Wasser aufgegossen und schon hat man den Kaffee-Ersatz. Natürlich konnten die Besucher am Sonntag vergleichen, wie der „Kaffee der armen Leute“ im Vergleich zu dem normalen und heute alltäglichen vom Frühstückstisch schmeckt.

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