Seidel soll über Tellerrand blicken
Bild: Stempfle
Nach dem Wahlkrimi bei der Bürgermeisterwahl in Everswinkel, bei der Karsten Fögeling (parteilos) sich mit nur 62 Stimmen weniger dem CDU-Kandidaten Sebastian Seidel geschlagen geben musste, hoffen die verschiedenen Parteien nun auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Verwaltungschef.
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Was sich die verschiedenen Parteien für die Zusammenarbeit mit dem neuen Verwaltungschef wünschen, darüber hat die „Glocke“ gestern mit den Lokalpolitikern gesprochen.

Einig waren sich nahezu alle darin, dass keiner mit einem derartigen Wahlkrimi gerechnet hat. „Das haarscharfe Ergebnis hat mich total überrascht“, bekannte Fraktionsführer Karl Stelthove von Bündnis 90 / Die Grünen. „Jetzt hoffen wir, dass es im Rat nicht zu einem reinen Durchregieren des CDU-Bürgermeisters und seiner Partei kommt“, setzt Stelthove auf eine konstruktive Zusammenarbeit, „bei der Seidel auch die Stimmen hört, die nicht sein Parteibuch haben.“ Der grüne Fraktionssprecher hat auch bereits ein Projekt im Auge: Die Partei wünscht sich „ein Gesamtortsentwicklungskonzept“, das auch den Ortskern mit Läden interessant erhalte.

Dagmar Brockmann, FDP-Vorsitzende, freut sich für Seidel, der „im Wahlkampf richtig Gas gegeben hat“. Viel Lob hat sie auch für Karsten Fögeling, „der den Wahlkampf erst so richtig in Gang gebracht hat“. Ihr Anliegen an den neuen Verwaltungschef ist, dass er „nicht nur die Anliegen der CDU im Blick hat, sondern auch alle anderen Meinungen der Parteien berücksichtigt“. Eine stets vernünftige politische Abwägung unabhängig vom Parteibuch sollte garantiert sein.

Damit hat CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Folker kein Problem, der sich nach dem Wahlthriller („dass es so knapp wird, habe ich nicht gedacht“), sehr zufrieden über den Wahlausgang äußerte: „Wir hoffen, dass Seidel Everswinkel weiter so voranbringe wie Ludger Banken“, sagte Folker. Schließlich stünden wichtige Themen an: Baugebiet „Königskamp“, Unterbringung von Flüchtlingen und der Haushalt.

„Traurig“ fand Dr. Wilfried Hamann, Erster Vorsitzender des SPD-Ortsverbands, zunächst die geringe Wahlbeteiligung. Von Seidel erwartet er, „dass dieser sich nicht nur der absoluten Mehrheit der CDU im Rat verpflichtet fühlt, sondern dass es bei Vorschlägen nicht auf die Parteifarbe ankommt.“ Wichtige Themen wie die Zukunft der Verbundschule, die Unterbringung von Flüchtlingen und der Haushalt sollten mit einem breiten Konsens entschieden werden.

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