Signiertes WM-Trikot im Haus St. Magnus
Echte Fußball-Liebe: Eugen Gehlenborg (DFB-Präsidium), Fußballfans Anton Rummeling, Ex-Nationalspieler Erwin Kostedde, Reinhard Rottmann, Hausleiter Markus Giesbers und Schwester Augustini.

Das Vier-Sterne-Dress mit den Unterschriften der Fußballhelden von 2014 in Rio de Janeiro hat Eugen Gehlenborg vom Präsidium des Deutschen Fußballbundes (DFB) übergeben. Damit löste Gehlenborg ein Versprechen ein, das er gegeben hatte, als er am 10. Juni, dem Starttag der Fußball-Europameisterschaft 2016, mit dem früheren deutschen Nationalspieler Erwin Kostedde im St.-Magnus-Haus zu Gast gewesen war. Kostedde hat Fußballgeschichte geschrieben: Er war der erste farbige Kicker im Dress der deutschen Nationalmannschaft. „Er hat erreicht, wovon viele Kinder träumen“, blickte Gehlenborg in Kosteddes Vita. Mit Ballgefühl und großem Talent schoss er viele besondere Tore, von denen eines im Jahr 1974 zum „Tor des Jahres“ gewählt worden war. Außerdem gilt Kostedde als Erfinder des „Erwin-Shuffle“, ein doppelter Übersteiger beim Dribbling.

Als Erwin Kostedde, der in Everswinkel wohnt, aus seinem bewegten Leben als Fußballprofi erzählte, hatte er im St.-Magnus-Haus Zuhörer, mit denen er auf Augenhöhe fachsimpeln konnte. Die Liebe zum Fußball rostet eben nicht. Und schon gar nicht die Liebe zum Lieblingsverein. St.-Magnus-Haus-Bewohner Reinhard Rottmann hatte zum Pressetermin die BVB-Flagge an seinem Rollstuhl gehisst, und als echter Preußen-Münster-Fan mit Dauerkarte hofft er allem Pessimismus zum Trotz auf eine nachhaltige Trendwende bei den schwächelnden Fußballprofis aus der Domstadt. „Hier gibt es eine große Fußballbegeisterung im Haus. Der Sportsgeist, den man im Fußballteam braucht, wird hier gelebt: Fairplay, sich gegenseitig helfen und Doppelpass spielen. Hut ab“, würdigte Gehlenborg das gute Miteinander im Haus. „Deshalb habe ich mein Versprechen vom Sommer gerne eingelöst.“ Eigentlich sollte es ja ein Trikot vom deutschen Europameister 2016 sein. „Das hat leider nicht geklappt, aber das WM-Trikot vom amtierenden Fußballweltmeister ist eine echte Rarität.“ Alle Spieler des Nationalkaders inklusive Bundestrainer Joachim Löw haben sich darauf mit ihren Unterschriften verewigt.

Hausleiter Markus Giesbers streifte sich das Trikot über, dankte für das besondere Geschenk und joggte im Sportdress durchs Haus, um allen Bewohnern, die bei der kurzfristig anberaumten Trikotübergabe nicht dabei sein konnten, die textile Fußball-Devotionalie zu zeigen.

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