Sultan lässt bei Möhnen Milde walten
Bild: Mettelem
Als Sultan Seid-El Sebi gab Bürgermeister Sebastian Seidel (M.) seine Macht an die Obermöhnen Sandra Jurdeczka (l.) und Steffi Vorsthove (r.) ab.
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Die hatten sich allerdings am Donnerstag traditionell bereits seit einigen Stunden bei den Everswinkeler Geldinstituten gestärkt und wollten in Begleitung der karnevalistischen Formationen mit Blau-Weißen Funken, Kolping-V-Team, MGV-BSHV-Elferrat und EKG-Karnevalisten unbedingt die närrische Macht über das Verwaltungsgebäude erringen, dessen Ratssaal prachtvoll orientalisch geschmückt war.

Manuela Gerdemann hatte wieder aus dem vollen Fundus geschöpft. Sandra Jurdeczka und Steffi Vorsthove als Obermöhnen hatten zur Machtübernahme die Argumente gesammelt, mit denen unter anderem die Störanfälligkeit des Glasfasernetzes, die mangelnde Pflege der Gehwege und das Fehlen eines Karnevalsprinzen bemängelt wurden.

Es gab aber auch Komplimente: Insbesondere die flotte Truppe der Blau-Weißen Funken und die Kölsche Coverband hätten sich bestens bewährt.

Die lautstarke Forderung der flott gekleideten Möhnen nach dem Rathausschlüssel traf allerdings bei Sultan Seid-El Sebi auf taube Ohren: „Drum geb ich dieses zu Gehör: Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ihr meinen Schlüssel kriegt. Und wenn euch noch so viel dran liegt.“ Und wenn in Everswinkel etwas nicht in Ordnung sein sollte, werde er es sofort entdecken, wenn er auf seinem fliegenden Teppich durch sein Reich fliegt. So habe er Tempo 30 vor den Schulen durchgesetzt, märchenhaft seien zwei neue Baugebiete, die Kinder haben eine neue Kita, auf Gut Brückhausen könne man sich jetzt auch das Ja-Wort geben, die Integration der Flüchtlinge gelinge prima mit vielen Helfern, sodass sein Reich auch einen Preis dafür bekommen habe.

Schließlich sagte er versöhnlich: „Als Sultan muss man Milde zeigen und sein Haupt vor der Macht der Frauen neigen.“ Er machte aber deutlich, dass er den Schlüssel am Aschermittwoch wieder zurückhaben will. Die Möhnen zeigten auch Herz: Eine Spendensammlung für das Kinder- und Jugendhospiz „Königskinder“ rundeten den Weiberfastnachtstag im Rathaus ab. Gefeiert aber wurde noch sehr lang.

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