Tausende Pilger „beten mit den Füßen“
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80 Kilometer Wandern, Beten, Singen, Schweigen – bei der 166. Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte und zurück gingen tausende Gläubige mit. Los ging es am Samstag um 3 Uhr am Johannisfriedhof in Osnabrück, die Schlussandacht fand am Sonntag um 18 Uhr in Oesede bei Georgsmarienhütte statt.
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"Ein einmaliges Erlebnis, ein Glaubensevent", sagte Organisator Karl-Heinz Schomaker. Am Samstag hätten sich rund 7800 an der Wallfahrt beteiligt. Am Sonntag waren es weniger, weil viel Wallfahrtsvereine auf der Strecke in ihre Herkunftsorte abbogen.

Bei blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen beschäftigten sich die Gläubigen in diesem Jahr intensiv mit dem Leitwort der Wallfahrt "Suche Frieden", wie Schomaker sagte. Das Thema sei vom Katholikentag in Münster übernommen worden, weil es aktueller nicht sein könne, meinte der Organisator am Samstag während der großen Mittagspause in Ostbevern.

Kurz davor hatten die Wanderer ein etwa zwölf Kilometer langes Teilstück vom Predigtpunkt Oedingberge an der Grenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bis zum Pausen-Treffpunkt absolviert. "Vielen ist die Anstrengung anzusehen, die meisten sind dennoch sehr zufrieden", berichtete der 76-Jährige, der seit 33 Jahren die Wallfahrt organisiert. "Wir beten hier praktisch mit Füßen und singen dazu", sagte Schomaker, der die Kombination aus Sport und Glauben als Erfolgsrezept für die katholisch geprägte Traditionswallfahrt sieht. Auf der letzten Etappe wurden hier und dort Blasenpflaster verteilt. Schlimmeres wurde nicht registiert. Für alle Fälle war aber der Sanitätsdienst dabei. "Bei dem Wetter war viel Trinken besonders wichtig", so Schomaker.

Die Wallfahrt gehört zu den größten in Deutschland. Bei der 150. Auflage im Jahr 2002 nahmen nach Angaben des Bistums Osnabrück 11.500 Gläubige teil. Im März 1852 hatten Osnabrücker Bürger den Wunsch geäußert, am Fest Mariä Heimsuchung eine Pilgerreise nach Telgte zum Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes zu unternehmen. In den Kriegsjahren 1864 bis 1866, 1914 bis 1918 und zwischen 1938 und 1944 war die Wallfahrt zwar verboten. Dennoch machten sich auch in diesen Zeiten viele Gläubige auf den Weg.

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