Telgte ist Land „ein Stück voraus“
Bild: Oliver Baumjohann
Bürgermeister Wolfgang Pieper (l.) lud Minister Johannes Remmel ein, sich ins Goldene Buch der Stadt Telgte einzutragen.
Bild: Oliver Baumjohann

Über das Konzept, das der Rat der Stadt 2010 einstimmig beschlossen hatte, informierte sich der Minister vor Ort. „Bis 2020 wollen wir die klimaneutrale Stadtverwaltung realisieren und 50 Prozent unserer Energie aus regenerativen Energien gewinnen“, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Pieper. Derzeit seien es 22 Prozent: „Wir müssen noch einen großen Schritt machen.“ Die Ziele allerdings seien formuliert und die Maßnahmen beschrieben.

Zu Letzteren gehört auch die Einstellung eines Klimaschutzmanagers für die Stadt. Der trete seinen Dienst zum 1. Juli an. In Telgte werde Energie- und Klimaarbeit kontinuierlich nach vorne gebracht, erläuterte Reiner Tippkötter dem Minister. Der Berater der Stadt beim European Energy Award (eea) verwies darauf, dass die städtischen Gebäude seit mittlerweile 18 Monaten ausschließlich mit regenerativer Energie versorgt würden.

Zudem informierte er über Vorzeigeprojekte wie die private Bürgerenergiegenossenschaft, die auf Dächern öffentlicher Gebäude Photovoltaikanlagen betreibt, das Zusammenspiel von Biogasanlage auf einem landwirtschaftlichen Betrieb und der Wärmenutzung im benachbarten Krankenhaus und die geplante Sanierung eines Wohnquartiers aus den 60er-Jahren in Kooperation mit verschiedenen Partnern. Landesweit wolle man bis 2020 eine Reduktion des Kohlendioxidausstoßes um 25 und bis 2050 um 80 Prozent realisieren.

Ein Weg dahin sei die Förderung der Windenergie. Repowering, also der Ersatz alter durch moderne Windkraftanlagen, sei ein wichtiger Ansatz. Zudem wolle man Windkraftanlagen zukünftig behandeln wie andere Industrieanlagen auch und existierende Höhenbegrenzungen aufheben.

Für Argumente des Landschaftsschutzes habe er nur wenig Verständnis, bekannte der Minister: „Unsere Kulturlandschaft hat sich in den vergangenen 200 Jahren immer wieder geändert.“ Zudem seien Windkraftanlagen nicht auf 1000, sondern vielleicht auf 30 Jahre gebaut. Um aber Konflikte schon im Vorfeld zu entschärfen, wolle man den Städten und Gemeinden über die Energieagentur beratend zur Seite stehen.

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