Vampire treffen Klosterschwestern
Bild: Baumjohann
Auch schauspielerisch konnte sich die Leistung von Flipside sehen lassen – wie hier beim Lied „Milch“ aus dem Musical „Elisabeth“.
Bild: Baumjohann

Jedenfalls hatten die Besucher in der ausverkauften Festhalle das vom Buffetservice Lutterbeck servierte Dessert gerade verspeist, als die Blutsauger aus dem Musical „Tanz der Vampire“ die Bühne betraten. Zwischen Kunstnebelschwaden fletschten sie ihre Zähne – und präsentierten nicht zuletzt auch ihr musikalisches Können. Der Titel „Totale Finsternis“ forderte dabei besonders die Solisten – in diesem Fall Bettina Meier und Christian Hentschel. Nicht nur diese beiden freuten sich in den vier Stunden Musical-Dinner in der Festhalle Everswinkel über den Applaus des Publikums. Begeistert klatschend belohnten die Gäste auch die schauspielerischen Leistungen des Ensembles, das sich nicht damit begnügte, die bekannten Titel aus einigen der in den vergangenen Jahren meistgespielten Musicals klanglich möglichst perfekt auf die Bühne der Festhalle zu zaubern. Kostüme und Requisiten besaßen auch Klasse, und sie ergänzten Musik und Gesang harmonisch. Dass die Musik nicht aus der Konserve kam, versteht sich von selbst. Live spielten Viktor Bürkland (Klavier), Raphael Jaspert (E-Gitarre), Sebastian Bauer (E-Bass) und Ben Schütz (Schlagwerk). Als Flipside-Band sorgten sie für die passende Untermalung und musikalische Unterstützung.

Melodien-Strauß

Die Band zeigte ihre instrumentalen Qualitäten das nicht nur beim „Tanz der Vampire“, sondern auch bei allen anderen Stücken des insgesamt vierstündigen Abendprogramms. Die durch Whoopi Goldbergs Filmauftritt bekannt gewordenen Schwestern aus „Sister Act“ baten zunächst um Segen für den Auftritt („Schützt die Show)“. Alsdann versammelten sich die Aufständischen unter der roten Fahne („Hörst du wie das Volk erklingt?“ aus „Les Miserables“) und so mancher Bürger beklagte von der Bühne, dass es schon wieder keine Milch gibt („Milch“ aus „Elisabeth“). Das Ensemble lud zu einem unterhaltsamen Abend ein („Sei hier Gast“ aus „Die Schöne und das Biest“) und sang vom Wunderkind („Gold von den Sternen“ aus „Mozart“) oder erzählte szenisch vom Löwenbaby („Circle of life“ aus „König der Löwen). Dann erfolgte ein Handlungsschwenk zum gewaltigen „Timewarp“ aus der „Rocky Horror Picture Show“, der die Dinnergäste zum Mittanzen animierte. Hören und sehen lassen konnte sich die Leistung des Ensembles Flipside in allen Programmteilen. „Uns verbindet die Leidenschaft zur Musik und die Liebe zur Bühne“, hatte Sandra Batkowski für Flipside zu Beginn des Abends betont. Den Beweis traten die 13 Sänger am Samstag eindrucksvoll an.

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