„Viel mehr als gesellschaftliches Ereignis“
Bild: A. Edelkötter
Wunderschön geschmückt hatten Maike Kraus und Claudia Herzog (v.l.) ihre Kutsche. Ihr Zwockel ist schon 28 jahre alt und war diesmal zum 20. Mal bei der Kutschenwalfahrt dabei.
Bild: A. Edelkötter

Und weil die Rahmenbedingungen nahezu perfekt waren, strahlte Hanne Hill schon beim Einfahren auf der Planwiese. „Es ist einfach wunderschön hier“, schwärmte sie. Mit auf ihrer Kutsche hatte die elegante Dame Enkel Henry, Emelie, die Enkelin einer Freundin, und Hund Onah. Gezogen wurden die vier von Großer Adler und Phönix. Wo immer sie vorbeifuhren, gab es viel Applaus für dieses stilvolle Ensemble.

Rund 75 Kutschen waren bei der 29. Kutschenwallfahrt dabei. Deutlich weniger als angenommen. Bei der Präsentation der einzelnen Kutschen erläuterte Hermann-Josef Schulze Hobbeling, dass viele Kutschen aus dem Kreis Warendorf kurzfristig abgesagt hätten – aus Sorge vor der Pferdekrankheit Druse.

Die Kutschen aber, die nach Telgte gekommen waren, boten den Tausenden von Zuschauern ein eindrucksvolles Bild. Ein besonderer Hingucker war ein weißer Landauer, der von Heinz Beineke und Horst Schmidt gesteuert wurde. „Hier soll schon die Queen mitgefahren sein“, verriet Beineke augenzwinkernd. Er und seine drei männlichen Begleiter auf der Kutsche brachten es zusammen übrigens auf 331 Jahre. „Stolze Leistung“, lobte Hobbeling. Die Kutschenwallfahrt hatte um 11.30 Uhr begonnen.

Nach dem Einzug der Pferde und Wagen feierten Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode und Telgtes Propst Dr. Michael Langenberg unter freiem Himmel einen Gottesdienst. Beide betonten die enge Verbindung der beiden Städte. Bürgermeister Wolfgang Pieper sagte etwas später: „Die Kutschenwallfahrt ist nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis. Sie gibt etwas für Leib und Seele.“

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