Weniger Betriebe beackern mehr Fläche
Bild: Baumjohann
Im Gespräch: (v. l.) Werner Gehring, Hauptgeschäftsführer des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands, und Ludwig Feldmeier, Maiszüchter und Farmsaat-Aufsichtsratschef.
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Gekommen waren auch Mitgliedern der „Familie“ aus Polen, den Niederlanden, Weißrussland, der Slowakei, Dänemark und natürlich Deutschland.

„Wir waren und sind anders – und gerade deshalb ein ernstzunehmender Partner der Landwirtschaft“, zeigte sich Vorstandsvorsitzender Wolke in seinen Begrüßungsworten überzeugt. Ganz bewusst habe man sich entschieden, das zehnjährige Bestehen des Unternehmens zu feiern. Eine Feier, bei der nicht nur die Besichtigung des Geschäftsgebäudes möglich war, sondern bei der im Rahmen einer Podiumsdiskussion auch der Blick darauf gerichtet wurde, wie die Landwirtschaft in weiteren zehn Jahren aussehen könne. „Landwirtschaft 2027 – Massenproduktion versus Öko-Park“ lautete das Diskussionsmotto.

„Die Entwicklung wird im Prinzip so weitergehen“, zeigte sich Werner Gehring, Hauptgeschäftsführer des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands, überzeugt. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe werde sinken, die pro Betrieb beackerte Fläche steigen. Bei der Tierhaltung sei man an so etwas wie eine Grenze gestoßen, so Gehring weiter. Ökolandbau sei in der heimischen Region deutlich weniger vertreten als im Bundesschnitt: „Wir haben starke konventionelle Betriebe.“ Die Direktvermarktung sieht er als Chance, wenn man einwohnernah ein attraktives Sortiment habe und Einkaufserlebnis vermittele. Maiszüchter und Farmsaat-Aufsichtsratschef Ludwig Feldmeier plädierte in seiner Vision für die Beibehaltung des Sortenschutzes anstelle der Einführung eines Patentschutzes. „Das beschleunigt den Zuchtfortschritt.“ Für den brauche man auch zukünftig keine Gentechnik, ist er sicher.

Kreislandwirt Karl Werring richtete den Blick auf das Feld Biogas. Er könne heute nicht zum Bau einer neuen Anlage raten, verwies er auf die geltenden Rahmenbedingungen. Fraglich sei, ob bestehende Anlagen nach dem Auslaufen der EEG-Förderung noch rentabel zu betreiben seien. Mais werde in der heimischen Region auch zukünftig eine Rolle spielen, ist er sicher: „Er kommt mit den Wetterextremen besser klar.“ Die Wachstumsgeschichte von Farmsaat geht weiter: Bis Mai soll der Hauptsitz des Unternehmens im Gewerbegebiet Rott um 250 Quadratmeter Büroflächen erweitert werden.

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