Westumgehung bringt Ostbevern Entlastung
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Den nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern gehörte zunächst die Westumgehung am Samstag.
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Es tat das wohl wissend, dass sich unmittelbar vor dem Festakt eine junge Autofahrerin bei einem Wendemanöver auf der noch gesperrten Straße im Böschungsbereich festgefahren und das Weite gesucht hatte.

Rekordzeit

Ohne Pannen hingegen war die 2,6 Kilometer lange Entlastungsstraße realisiert worden. Annen sprach seinen Vorgängern im Amt ausdrücklich Dank für deren Beharrlichkeit aus. „Wer schneller baut, ist früher fertig“, sagte der Erste Bürger mit Blick auf die nur 15-monatige Bauzeit. 250 Gäste hatten sich am Kreisverkehr Grevener Damm eingefunden, um das letzte Teilstück in Beschlag nehmen zu können. Zur Nutzung reserviert war die Straße bis zur Abenddämmerung aber für den nichtmotorisierten Verkehr. BSV und Lions Club hatten zu einer sportlichen Erkundungstour eingeladen. Zur Erinnerung erhielten Läufer, Walker und Radfahrer Medaillen. Reinhold Sendker (CDU, MdB) erinnerte daran, dass er sich frühzeitig für dieses Projekt in Berlin stark gemacht habe. Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur im Bundestag unterstrich seine Haltung „Erhalt geht vor Neubau“, in diesem Fall sei beides umgesetzt worden. Und: Die angestrebte Entlastung schütze die Bürger. Diese Argumentation griff Landrat Dr. Olaf Gericke auf, der trotz berechtigter Anliegen des Klima- und Umweltschutzes eine verkehrstechnische Entlastung als Bürgerservice verstanden wissen will.

Navis umrüsten

„Neidisch blicken die Bürger aus Beelen und Freckenhorst zu Ihnen“, sagte Dr. Gericke. Der Bau der viel diskutierte B 64 n würde unter anderem auch dort die Lebensqualität erhöhen. Auf einen positiven Effekt hoffen jetzt die Ostbeveraner. Der Verkehr, der bislang über die Wischhausstraße gerollt ist, soll durch drei Kreisverkehre in Richtung Norden fließen. 4,2 Millionen Euro hat das Projekt verschlungen, 60 Prozent dieser Kosten waren förderungsfähig. Wolfgang Annen sprach von einer „spürbaren Entlastung“. Die Erreichbarkeit des Gewerbegebiets Nord sei verbessert, die Grundlage für eine Erschließung des projektierten Gewerbegebiets West gelegt worden. Die Kommune will Hersteller von Navigationsgeräten dazu bewegen, die neue Streckenführung über die Westumgehung in den Geräten zu berücksichtigen. Darüber hinaus, sagte Annen, sollen großflächige Hinweise, die die Straßenschilder ergänzen, die Verkehrsteilnehmer auf die Westumgehung aufmerksam machen. „Damit wollen wir auch die Ortskundigen dazu bewegen, diesen Umweg zu fahren.“

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