Acht Zwerggänse im Winter zu Gast
Gruppenbild mit Graugans (links): sieben der acht Zwerggänse, die in den Ahsewiesen überwintern. Der gelbe Augenring ist ein charakteristisches Merkmal dieser Art.

Die Vögel sind gut an den Ringen, die sie am Fuß tragen, zu erkennen. Wo sich die anderen zwölf Gänse, die in den Vorjahren in hiesigen Breiten an der Lippe überwintert haben, aufhalten, ist nicht bekannt. Die ersten vier Wochen blieben die Zwerggänse regelmäßig im Naturschutzgebiet Ahsewiesen, mittlerweile werden sie auch von verschiedenen Orten in der Lippeaue bis hin zum Zachariassee gesichtet.

Sie reagieren laut ABU empfindlich auf Störungen und flüchten. Das sei auch schon in den Ahsewiesen geschehen. Oft schließen sich die Zwerggänse einem großen Trupp von überwiegend Grau-, Nil-, den nordischen Blessgänsen und Kurzschnabelgänsen an. Selbst mit einem Fernglas sind die seltenen Zwerggänse in der großen, gemischten Vogelschar kaum auszumachen. Sie gehen zusammen mit den anderen Arten zur Nahrungssuche gerne auf abgeerntete Maisäcker außerhalb der Naturschutzgebiete.

Die Überwinterung der extrem seltenen Zwerggänse im Kreis Soest begann 2017 und stellt laut ABU eine absolute Besonderheit dar. Die Gänse stammen aus einem aufwändigen Naturschutzprojekt der schwedischen Jäger. Aus dem nordeuropäischen Land kam auch die Meldung, dass die Zwerggänse dieses Jahr etwa 14 Tage früher als üblich aus dem Rastgebiet aufgebrochen waren, und genau zwei Wochen früher als im Vorjahr trafen auch die ersten Zwerggänse in den Ahsewiesen auf.

Zwerggänse sind extrem selten. Der Kreis Soest mit den Ahsewiesen und der Lippeaue ist der einzige nennenswerte Überwinterungsplatz in Nordrhein-Westfalen.

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