Als Au-pair Amerika kennengelernt
Große weite Welt: Besuch in Chicago (Millenium Park The Bean) mit Hannah Schäfer und Alea Hoffmann.

Das ist das Fazit von Franziska Bruschwitz (19) aus Herzfeld nach einem Jahr USA-Aufenthalt als „Kindermädchen“ bei der Familie Woulf in Burlington im Staat Vermont. Die junge Frau war als Kind zur Ida-Grundschule in Herzfeld gegangen. Später besuchte die das Gymnasium Johanneum in Wadersloh und schloss die Schullaufbahn mit dem Abi am Convos in Soest ab.

Danach wollte sie erstmal für ein Jahr ins Ausland und entschied sich als Alternative zu „Work and Travel“ für ein Engagement als Au-pair-Mädchen. Angebotene Ziele wie England und Schweden waren ihr zu nahe bei der Heimat, Australien dann doch etwas zu weit weg.

So entschied sie sich für die Organisation „Cultural Care“, die sie als Spezialist für die USA in die Vereinigten Staaten von Amerika vermittelte. Dort fühlte sie sich bei der Information über das Vorhaben am besten unterstützt. Bedingung für das Engagement als Au-pair ist unter anderem, dass man beim „Aufpassen“ bereits 200 Stunden Erfahrung im Umgang mit Kindern haben muss.

Für Franziska war das leicht nachzuweisen, denn beim Judo im 1. SC Lippetal, als Betreuerin im Ferienlager und als Babysitterin hatte sie bereits den entsprechenden Hintergrund und auch die Erfahrungen gesammelt. Weiterhin musste sie eine Bewerbung ausfüllen, in der unter anderem nach Hobbys, Eigenschaften und persönlichen Daten gefragt wurde.

Am 1. Juli 2018 startete Franziska von Düsseldorf und flog über Dublin in Irland nach New York. Dort gab es noch einmal eine Woche intensives Training für die neuen Au-pairs, ehe ein Inlandsflug Franziska in ihre neue Heimat Burlington am Champlain-See in Vermont brachte. Dort wurde sie freundlich von ihrer Gastgeber-Familie Woulf aufgenommen. Am ersten Abend gab es sofort ein Willkommens-Dinner für Franziska, verbunden mit dem Abschied ihrer Vorgängerin. Danach begann die Arbeit mit den Kindern im Haus der Woulfs, das laut Franziska typisch amerikanisch-großzügig ausgestattet war. So musste zum Beispiel der Kühlschrank für die Eltern Marla und Mike sowie die Kinder Gage, Leili und Johnny einen ganzen Wocheneinkauf und dabei Frischkäse-Becher von eineinhalb Kilogramm fassen, weil man nur einmal in der Woche zum Großeinkauf mit dem Van zum Supermarkt fuhr.

Kurze und nützliche Kurse für die Au-pairs, wie man mit den Kindern umgehen sollte, als Hilfe zur Stressbewältigung und gegen Heimweh halfen Franziska, mit der Fremde umzugehen. Einen Erfolg verbuchte sie beim „Potty-Training“, um den Jüngsten der Familie „stubenrein“ zu bekommen. Auch von daheim wurde die Tochter von den Eltern unterstützt, sogar durch einen Besuch. Und die Gasteltern luden zu ihrem Geburtstag ihre Au-pair-Freunde ein, um Franziska gegen Heimweh zu stärken.

Ausnahmsweise wurde dazu sogar eine Torte selbst gebacken. Neben dem Alltag im Hause ihrer Gastfamilie gab es für Franziska in Amerika auch viel zu erleben. Gemeinsam mit den Woulfs startete sie zu ersten Skiabenteuer in „Smuggs-Ferienresort“ und übte das Gleiten auf zwei Brettern.

Gemeinsam mit anderen Au-pairs ging es ansonsten regelmäßig freitagsabends vom Flughafen in Burlington zu Flugreisen in die bekanntesten Städte und sonntags zurück. Weitere Reiseerlebnisse schlossen sich im Ferienmonat nach der Au-pair-Zeit an. So konnte sich Franziska in Boston, der Hauptstadt Washington, New York, Miami, Chicago, Las Vegas, San Francisco, an den Niagara-Fällen, im Grand Canon und im Yosemite-Nationalpark die schönsten Attraktionen anschauen.

„Mit meiner Gastfamilie hatte ich Glück“, berichtet Franziska. Die Lebensart sei recht offen und frei gewesen. Der Familienvater arbeitete als Banker, sei Frau als Immobilienmaklerin. Politik war in dem Jahr kaum ein Thema, auch von Fernsehen hielt Franziska nicht viel, weil Filme ständig durch Werbung unterbrochen und die Nachrichten in den Privatsendern meist aufgebauscht sind. Insgesamt fand sie das Leben in den Staaten recht hektisch und aufregend.

„Für ein Jahr ist das in Ordnung, aber das Leben in Deutschland ist mir lieber“, fasst Franziska ihr Abenteuer zusammen. Allein schon die Sicherheit durch die Sozialsysteme in Deutschland hat sie schätzen gelernt, während in den USA noch nicht einmal der Bestand der von Präsident Obama eingeführten gesetzlichen Krankenversicherung sicher ist.

Franziskas Tipp für Nachahmer: „Wichtig ist auf jeden Fall, das Au-pair mit einer guten Organisation anzugehen, denn für den Fall, dass man mit seiner Gastfamilien nicht klar kommt, gibt es dann Alternativen.“

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