Als der Küster noch den Unterricht erteilte
Die erste freistehende Schule wurde in Hultrop im Jahr 1834 gebaut (rechtes Gebäude). Sie hatte ein großes Klassenzimmer für 130 Kinder. 1926 entstand daneben die so genannte „neue“ Schule (links).

 Bereits ab dem Jahr 1487 erhielt der damalige Hultroper Küster, dessen Namen in den wechselvollen Zeitläuften jedoch verloren gegangen ist, den Auftrag, die Kinder in weltlichen Fächern zu unterrichten. Hierzu wurde das örtliche Lüsterhaus entsprechend hergerichtet. Die Unterweisung in die christliche Lehre oblag derweil den jeweiligen Pfarrern.

1834 wurde die erste freistehende, sogenannte Alte Schule mit einem Klassenzimmer für 130 Schüler gebaut, das 1856 in zwei kleinere separate Räume unterteilt wurde. Aufgrund steigender Schülerzahlen wurde 1926 eine neue Schule errichtet, die aus zwei großen Klassenzimmern nebst Vorraum im Erdgeschoss und einer Lehrerwohnung in der ersten Etage bestand.

Das jeweilige Schulhaus in zentrale Lage Hultrops bestimmte über Jahrhunderte hinweg neben der Kirche das Dorfbild. Folglich ist das Schulgebäude von den Lippetaler Denkmalpflegern Theresia und Andreas Sändker auch zu Recht in die Liste der ortsprägenden Objekte aufgenommen worden.

Das in 67 Häusern 385 Bewohner zählende Dorf Hultrop (alt: Hullendorpe, platt: Hullerpe oder Hullerup) bildet seinerzeit mit Heintrop und Büninghausen eine rein katholische Pfarrgemeinde von 700 Seelen. An der linken Seite der Lippe gelegen, schräg gegenüber des münsterländischen größeren Pfarrdorfs Lippborg, gehört Hultrop zum nordwestlichen Teil des Dekanats Soest im alten „Kölnischen Westfalen“, welches seit 1821 beziehungsweise 1825 zur Paderborner Diözese gehört. Das in plattdeutsch auf einem Pergamentblatt geschriebene älteste Dokument oder Schriftstück des Archivs zu Hultrop ist aus dem Jahre 1487. Hultrop war damals noch eine Filiale der Pfarrei Oestinghausen und es scheint, dass der Küster der Pfarrkirche die Einkünfte für den Küsterdienst auch in der Filialkapelle allein beanspruchte.

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