Arbeit mit den Kindern macht Eindruck
Anna Kipper (vorn) hält als BFDlerin beim therapeutischen Reiten die Zügel fest in der Hand. Durch die Aufgabe ist ihr klar geworden, in welche Richtung sie sich beruflich orientieren wird.

Da ist Achtsamkeit gefragt, Einfühlungsvermögen für die Kinder und schließlich auch ein gewisser Pferdeverstand, um Arielle und Amadeus, die beiden Therapiepferde, sicher zu führen, wie die Caritas berichtet. „Wir haben in diesem Jahr erstmals vier junge Frauen als BFDler“, berichtet Franz-Josef Berntzen, seit 33 Jahren Einrichtungsleiter in Hultrop. Waren es früher Zivildienstleistende, kommen seit drei Jahren junge Menschen, die den Bundesfreiwilligendienst nutzen, um sich Klarheit über ihre Berufsausbildung zu verschaffen.

Da reiht sich Anna Kipper aus Hamm nahtlos in den Kreis ihrer Vorgänger ein. „Ich habe am Stand der Kindertagesstätte auf der Soester Kirmes gelesen, dass hier BFDler gesucht werden“, berichtet sie. „Ich wusste nach meinem Abitur im Sommer 2014 nur, dass ich etwas im therapeutischen Bereich machen wollte, etwas mit Kindern.“ Was aber genau ihr Ziel sein sollte, das hat sich erst in Hultrop herauskristallisiert.

„Ich habe mich jetzt über das Studium der Ergotherapie in Bochum sachkundig gemacht“, berichtet Anna Kipper, „Da kann ich dann auch noch den Bereich der tiergestützten Therapie aufsatteln.“ Morgens holt die junge Frau Kinder in Ahlen, Beckum und Lippborg ab, begleitet sie in die Gruppen, hilft beim Frühstück und wechselt in die Reithalle, wo die beiden Therapiepferde versorgt werden wollen. Dann assistiert sie bei der Reittherapie.

„Bei uns kommt jedes Kind einmal pro Woche aufs Pferd, ob mit oder ohne Behinderung“, erläutert Franz-Josef Berntzen. Er war froh, dass er mit Anna Kipper jemanden hatte, der bereits viel praktisches Wissen über die Arbeit mit Pferden mitbrachte. Das aber ist keine Voraussetzung für jemanden, der als BFDler in Hultrop anfangen möchte. Für den Sommer werden neue gesucht.

Berntzen betont: „Bei uns können junge Menschen auch ohne Pferdeerfahrung mitarbeiten. Wir freuen uns über jeden.“ Das gelte auch für junge Männer. Frage man bei den BFDlern nach, sei es gerade der tägliche Umgang mit den Kindern, der den größten Eindruck mache, schreibt die Caritas. Sie drücken ihre Zuneigung und Liebe ganz spontan aus, und lassen auch keinen Zweifel daran, wenn die Sympathie einseitig ist. „Das sind Erfahrungen, die jeder bei uns macht“, weiß Franz-Josef Berntzen.

Die BFDler in Hultrop treffen sich einmal in der Woche und dürfen zudem an vier einwöchigen Seminaren zur beruflichen Orientierung teilnehmen. Franz-Josef Berntzen betont: „Es kommt in dieser Zeit bei uns viel auf die jungen Menschen zu. Wir beobachten aber auch bei jedem, wie er oder sie sich zur Persönlichkeit entwickelt. Bei uns ist der Slogan ,Ich werde gebraucht‘ keine leere Hülse. Wir brauchen sie wirklich.“ Wer sich dafür interessiert, als Bundesfreiwilligendienstler in der Integrativen heilpädagogischen Kindertagesstätte St. Barbara Hultrop zu arbeiten, möge mit Franz-Josef Berntzen (Telefon 02527/690) Kontakt aufnehmen.

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