Atemschutz im kreisweiten Verbund
Nicht nur bei Bränden legen die Einsatzkräfte der Feuerwehr ihre Atemschutzgeräte an, sondern auch wenn sie bei Gefahrguttransporten zur Hilfe gerufen werden.

Wenn alle beteiligten Kommunen das notwendige Geld bereitstellen, könnte der Verbund im Verlauf des Jahres seine Arbeit aufnehmen. Von den 14 Städten und Gemeinden im Kreis Soest wollen sich 13 dem Atemschutzverbund anschließen. Nur Werl geht weiter eigene Wege. Für Lippetal ändert sich gar nicht so viel, wie Ordnungsamtsleiter Ludger Schenkel erläutert.

Denn die Atemschutzgeräte der heimischen Löschzüge und -gruppen werden schon seit einigen Jahren in Soest in Schuss gehalten. Durch die Teilnahme an dem Verbund werden für Lippetal einmalig Investitionskosten von 70.000 Euro fällig. Das Geld steht im Haushalt bereit. Die Summe ist der Anteil bei der zentralen Anschaffung von 1000 Atemschutzgeräten nebst Zubehör für den neuen Verbund.

Der Kalkulation liegt die Annahme zugrunde, dass für die Gemeinde 52 Geräte benötigt werden. Weitere Kosten entstehen künftig durch die Wartung. Die Gemeindeverwaltung beziffert den jährlichen Aufwand mit derzeit knapp 16.000 Euro. Nach ihren Angaben sind von den 170 aktiven Mitgliedern der heimischen Feuerwehr 90 Atemschutzgeräteträger.

Die 13 Kommunen folgen mit der Verbundlösung dem Vorbild des Wetteraukreises in Hessen. Ausschlaggebend für die Kooperation waren gesetzliche Anforderungen, die von den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten „nicht mehr zu bewältigen“ sind, wie die Lippetaler Verwaltung erläutert. Dabei geht es um Hygiene- und Dienstvorschriften. „So müssen zum Beispiel nach jeder Nutzung die Atemschutzgeräte auseinandergenommen, gereinigt und desinfiziert werden. Zudem bestehen zeitaufwendige Dokumentations- und Überwachungspflichten.“

Vor diesem Hintergrund hätten fast alle Löschzüge im Kreis Soest erhebliche Probleme, „den Atemschutz ordnungsgemäß sicherzustellen“. Sämtliche Geräte sollen künftig in Soest in einer zentralen Atemschutzwerkstatt gewartet und repariert werden. Dazu soll die bestehende Werkstatt personell aufgestockt werden. Sie bietet auch einen Hol- und Bringedienst. Der Verbund bietet nach Überzeugung der beteiligten Kommunen zudem den Vorteil, dass bei Großeinsätzen eine rasch verfügbare Reserve an Atemschutzgeräten besteht.

Die Anschaffung der 1000 Geräte soll europaweit ausgeschrieben werden. Vielleicht wird es dadurch noch etwas günstiger.

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