Auf dem Pferdemarkt geht es rund
Bild: Grünebaum
Einen besonderen Reiz bietet auf der Allerheiligenkirmes in Soest das Nebeneinander von Sehenswürdigkeiten und Fahrgeschäften.
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Beispiel gefällig? Wie wäre es mit einem Fünf-Euro-Schein, den Wurst-Achim mir nichts dir nichts aus der Kasse holt und dem nächstbesten Kunden in die Geldbörse steckt. Was sich der findige Markschreier dabei gedacht hat? Ganz einfach: Er gönnt Käse-Rudi einfach keinen einzigen Kunden. Da greift ein gewiefter Geschäftsmann schon mal zu schmutzigen Tricks – und in die eigene Brieftasche.

Bessere Manieren zeigen dagegen die Verkäufer an den zahlreichen Ständen entlang der Flaniermeile. Mit einem riesigen Angebot locken sie Tausende in die Soester Innenstadt. Und zur Freude der Besucher macht der Pferdemarkt seinem Namen alle Ehre und präsentiert gleich mehrere prachtvolle Tiere im Stadtkern. Über zu wenige Streicheleinheiten können sich die wahrlich nicht beschweren. Die einzige, die sich wohl im Stillen über das milde Wetter ärgert, ist Anneliese Oberließen. Die alt eingesessene Verkäuferin am Stand des „Sockenseppl“ hätte bei klirrend kalten Temperaturen sicherlich den ein oder anderen Euro mehr verdient. Ihre gute Laune lässt sie sich aber nicht verderben.

Und damit ist sie ganz sicher nicht die einzige. In der gesamten Soester Innenstadt herrscht absoluter Ausnahmezustand. Waghalsige trauen sich in die rasanten Fahrgeschäfte, vor den Verkaufsständen herrscht dichtes Gedränge, und an den Bierständen läuten die Bürger bereits ausgelassen das Wochenende ein. Und wer weiß, vielleicht lagen sich Wurst-Achim und Käse-Rudi nach einem erfolgreichen Verkaufstag doch noch beim Feierabendbier glückselig in den Armen. Denn dass sie ohne einander nicht können, wurde den lachenden Besuchern schnell klar – miteinander aber auch nicht. . .

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