„Bad Boys“ alles andere als böse
Gar nicht schlecht! Die „Bad Boys“ aus Dortmund machten ihrem Namen keine Ehre und begeisterten 100 Zuhörer mit einem breit gefächerten und spritzig präsentierten Repertoire.

Der Name „Bad Boys“ stand dabei glücklicherweise nicht für den Gesang oder gar eine etwa zu vermutende böswillige Veranlagung der 15 Sänger, sondern schlicht und einfach für „Barbershop aus Dortmund“.

Dass die Herren um Chorleiter Prof. Dr. Hans Frambach nicht nur weit besser singen können als es der englische Name vermuten lässt, sondern auch weit mehr im Repertoire haben als Barbershop, bewiesen sie den Lippetaler Zuhörern eindrucksvoll. In „angenehmer Wohnzimmeratmosphäre“, wie Frambach formulierte, sorgte der Chor aus dem Ruhrgebiet für ein bunt gefächertes Programm. Nach einem Start mit klassischen Barbershop-Arrangements von „Tonight“ aus der „Westside-Story“ oder „Puttin’ on the Ritz“ des legendären Irving Berlin verließen die „Bad Boys“ die nordamerikanische Musikszene und präsentierten Evergreens wie „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“ oder das besonders durch die Comedian Harmonists bekannt gewordene Lied „Veronika, der Lenz ist da“.

Doch neben derartigen hervorragend vorgetragenen Klassikern gab es für Barbershop-Chöre auch ungewohnte Lieder zu hören. Von den „Bee Gees“ bis zu Shanties und Gospelsongs reichte das breite Programm, das keinen Zuhörer enttäuscht zurückließ. Perfekt einstudierte Tempiwechsel und wunderbare Dynamik, vereint mit zuweilen humorvollen Choreographien unterhielten den vollbesetzten Saal. Ein gelungener Auftakt der diesjährigen Lippetaler Kultursaison also, die neben Kabarett-Größen wie „Storno“ und „Fatih Cevikkollu“ musikalische Höhepunkte wie „Mistcapala“ und „Pipeline“ zu bieten hat.

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