Beim Abriss ist Wehmut im Spiel
Wo früher Kleiderständer des Modehauses aufgebaut waren, steht heute der Abbruch-Minibagger.

Drei Jahre später muss jetzt auch das mehr als 100 Jahre alte Gebäude Schliephorst (ehemals das alteingesessene Textilhaus Schoeneich) dran glauben. Es wird abgerissen für Aufenthaltsbereiche mit Wegen, Tischen und Bänken sowie für Parkplätze. Parkflächen seien einfach notwendig, um den Elli-Supermarkt wirtschaftlich zu machen, sagt nicht nur dessen Betreiber Mehmet Alptekin.

Aber es gibt auch etwas Wehmut, weil das Haus fällt. Viele Erinnerungen und Begegnungen der Lippborger sind damit verbunden. Die Firma Hohoff als von der Gemeinde Lippetal beauftragtes Abbruch-Unternehmen hat längst damit begonnen, das alte, von anderen Gebäuden eng umschlungene Haus abzureißen. Zuerst muss es entkernt werden, und die Versorgungsleitungen müssen gekappt werden. Dann werden die Mauern bis in den Keller Stück für Stück „zurückgebaut“, und das Material wird sorgfältig getrennt nach mineralischem Bauschutt, Metall, Kunststoff, Holz und Restmüll. Besondere Vorsicht war geboten, weil das Dach mit asbesthaltigen Platten gedeckt war. Dazu musste der gesamte Bereich mit Folien eingehaust werden, damit die gefährlichen Fasern sich nicht verbreiten können.

Eine weitere Schwierigkeit stellten die Stahlträger dar, die das gesamte Häuser-Ensemble von Schmülling bis zu den Häusern der Gemeinde verband. Sie dienten dazu, die Stabilität des Dachs am Ziegelanbau des Modehauses zu sichern und mussten aufwendig durchgeschweißt und abgetrennt werden. Gestern flexten die Mitarbeiter von Hubert Hohoff das Wellblech-Dach über dem Anbau in handliche Stücke. In den ehemaligen Wohnungen wurden die Zimmer ausgeräumt und Badezimmer, Küchen und Leichtbauwände abgebaut.

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