Betrüger wollen Radlader verkaufen
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Ein Betrüger ist vor dem Amtsgericht in Soest verurteilt worden. Er muss 5600 Euro zahlen.
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Im November reagierte der Händler aus dem Hunsrück auf ein Inserat auf der Internetplattform eBay-Kleinanzeigen. 5000 Euro für einen Radlader, das klang nach einem Schnäppchen, er hätte ihn für bis zu 8000 Euro weiterverkauft. Er nahm Kontakt zu dem Verkäufer auf, man vereinbarte ein Treffen am Standort der Maschine: Die Lkw-Waschanlage am Autohof an der A2. Später ließ sich der eigentliche Verkäufer entschuldigen wegen eines angeblichen Blinddarm-Durchbruchs seiner Tochter. Er werde einen Mitarbeiter schicken - der spätere Angeklagte. Das Treffen fand am Sonntag, 17. November, statt, als die Anlage zwar geschlossen war, das Gelände jedoch frei zugänglich. Der Angeklagte gab vor, auf einem Hinterreifen liege der Zündschlüssel. Das war nicht der Fall, woraufhin er den Chef anrief, der dann behauptete, ein polnischer Kollege habe ihn versehentlich eingesteckt. Der Pfälzer zahlte 1000 Euro in bar an, die er bis heute nicht wiedersah, und schloss den Kaufvertrag ab.

Radlader stand nicht zum Verkauf

Erst auf dem Heimweg seien ihm Zweifel gekommen. Die nahmen zu, als der Verkäufer wieder anrief und ihm versprach, im Falle einer Barzahlung des Restbetrags noch am selben Tag um 500 Euro mit dem Preis herunterzugehen. Worauf er nicht einging. Stattdessen nahm er Kontakt mit der Waschanlage, der offenbar der Radlader gehört, und der Polizei auf. Nein, der Radlader stand nicht zum Verkauf. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten den Kaufvorgang. Beim Treffen am Montagabend nach Ladenschluss nahm die Polizei den „Mitarbeiter“ in Empfang. Den Beamten legte dieser einen gefälschten Ausweis mit falschem Namen aus seiner albanischen Heimat vor. Als er behauptete, er wisse nichts von einem Verkauf des Radladers, war der Fall für ihn klar.

Geldstrafe in Höhe von 5600 Euro

Im Raum stand nun die Frage, ob der Angeklagte wirklich ein wissentlicher Mittäter war. Dagegen spräche unter anderem, dass er bei seiner Festnahme zu Protokoll gegeben hatte, dass er vorgehabt habe, dem Pfälzer am zweiten Tag zu gestehen, dass er das Opfer eines Betrugs werden sollte. Der Staatsanwalt sah die Tatvorwürfe als erwiesen kann, forderte daher eine Freiheitsstrafe von neun Monaten. Im Gefängnis bleiben muss der Angeklagte jedoch nicht. Da mehr als eine Vorstrafe wegen Fahrens ohne Führerschein auf deutschem Boden nicht bekannt sei, verurteilte ihn der Richter zu einer Geldstrafe von 5600 Euro, außerdem sollen Vermögenswerte in Höhe von 1000 Euro zur Entschädigung des Opfers eingezogen werden

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