Brückenkontrolle an der Lippe
Alles paletti: Bei der Brückenprüfung unter Lippborgs Lippebrücke fanden Lukas Gähling und seine Kollegen keine Schäden.

Jede Brücke wird regelmäßig und systematisch überprüft, jährlich zumindest einmal besichtigt. Zur Brückenprüfung reisten am Dienstag Lukas Gähling und seine Kollegen von der Firma Zetcon nach Lippborg. Am frühen Vormittag begannen die „Brückenspechte“ auf der Nord-West-Seite mit der Untersuchung.

Dafür wird von einem Lastwagen ein Trägerarm mit einer Plattform unter die Brücke geschoben. Von dort aus können die Experten für Bauwerkserhaltung und Bauwerksprüfung hautnah die Betondecke und die Brückenpfeiler überprüfen und alle Ergebnisse akribisch dokumentieren. Jeder Schaden oder Mangel wird im „Brückenbuch“ elektronisch dokumentiert.

Vorsichtig werden Problemzonen unter der Brücke mit Werkzeug angeklopft, um Risse oder Absplitterungen ausfindig zu machen. Am Dienstag blieb das Team aber ohne nennenswerten Befund. Die festgestellten Schäden werden baldmöglichst beseitigt. Frühzeitig erkannte Schäden, wie Risse oder Roststellen, sind kostengünstiger und einfacher zu beseitigen als mit der Zeit vergrößerte Schäden. Erfahrungsgemäß wird jede Brücke etwa alle 25 bis 30 Jahre, also etwa einmal in jeder Generation, von Grund auf saniert.

Erstaunlich fanden es viele Lippborger schon bei der Einweihung der neuen Brücke, dass die Experten die Lebensdauer des Bauwerks auf nur rund 30 Jahre bis zur Grunderneuerung bezifferten. Das allerdings bestätigte jetzt ein Experte. Besonders die Erschütterungen und Bewegungen der tragenden Teile durch den stark zunehmenden Schwerlastverkehr führen innerhalb von wenigen Jahrzehnten dazu, dass sich Schäden bilden, die dann nach und nach zur verminderten Tragfähigkeit führen.

Brücken sind die teuersten und empfindlichsten Bestandteile im Gesamtsystem „Straße“. Aufgabe der „Brückenerhaltung“ beim Landesbetrieb Straßen-NRW ist es, die Sicherheit der Brückenbauwerke zu erhalten und eine lange Nutzungsdauer zu ermöglichen. Sie liegt in der Regel bei 80 bis 90 Jahren, kann aber durch starke Belastungen verkürzt werden. Insgesamt ist Straßen-NRW für 3845 Autobahnbrücken sowie 2521 Brücken an Bundes- und 3736 an Landesstraßen zuständig.

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