Corona reißt ein Loch in die Kasse
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Die finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinde Lippetal wurden im Rat thematisiert.

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Zehn herausfordernde Wochen mit ständig neuen Situationen sind überstanden. „Eine harte Zeit, aber wir haben es gut hinbekommen“, lautet ein erstes Fazit von Bürgermeister Matthias Lürbke, der mit den Amtsleitern berichtete, was alles geregelt werden musste und was heute nicht mehr so ist wie gestern oder gar am Anfang der Pandemie. „Ein Thema, über das man stundenlang reden könnte“, betonte der Verwaltungschef. Als er sich bei seinen Mitarbeitern für den intensiven, flexiblen Einsatz bedankte, klopften die Politiker lobend auf ihre Tische.

Und das Rathaus-Team gab den Dank für eine unproblematische und unaufgeregte Zusammenarbeit gern an die drei Fraktionen weiter. Alle sind sich im Klaren darüber, dass sie das Virus noch einige Zeit beschäftigen wird und deutliche Spuren hinterlässt, etwa durch wegbrechende Einnahmen auch in den öffentlichen Kassen. Was die an vielen Stellen des Alltags empfindlichen Einschnitte für die Lippetaler Finanzen bedeuten, lasse sich derzeit noch nicht auf Heller und Pfennig berechnen, sagte Kämmerer Jürgen Sickau.

Die Zahlen, die er in der Sitzung nannte, beziehen sich auf die gerade veröffentlichten aktuellen Steuerschätzungen. Welche dieser Prognosen letztendlich den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen wird, bleibt im Moment noch abzuwarten. Bezogen auf die Gemeinde Lippetal bedeuten die Ergebnisse ein weiteres Minus von 1,5 Millionen Euro, bedingt durch ein gegenüber den Planungen für 2020 nun geringere Einnahmen, etwa bei der Einkommens-, Gewerbe- und Vergnügungssteuer, um drei größere Posten zu nennen.

Allein bei der Gewerbesteuer rechnen die Experten derzeit mit einem Rückgang von rund 25 Prozent, was für Lippetal einen Betrag von 750.000 Euro ausmachen würde. Um die 30 Lippetaler Firmen hoffen durch Steuerstundungen auf Hilfe. Zu den derzeit noch unbekannten Größen gehören die Schlüsselzuweisungen für das nächste Jahr aus der Landeskasse, die den Kommunen zur Stärkung ihrer Finanzkraft zufließen.

Sinken die Einnahmen, weil das Land weniger Steuern erhält, hat es auch weniger Finanzmasse, die es verteilen kann. Kämmerer Jürgen Sickau ging im Rat aber auch auf die Ankündigung von Bund und Land ein, einen Rettungsschirm aufzuspannen, um die kommunalen Verluste zu kompensieren.

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